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Impressionen von unseren Blickwinkel-Tagungen. / Fotos: Bernd Wannenmacher



Kontakt

Karla Ónodi
(sie/ihr - she/her)
T 069 56 000 279
E events-at-bs-anne-frank.de

 


Zeitraum & 
Ort

Die nächste Blickwinkel-Tagung findet am 28. und 29. September 2026 in Stuttgart statt. 
 

VERANSTALTUNGSORT
Junges Ensemble Stuttgart
Eberhardstr. 61a
70173 Stuttgart
(Kulturareal Unterm Turm)


Anmeldung

Zum Anmeldeformular

Anmeldeschluss: 
31. August 2026 


Die Blickwinkel Tagung 2026 wird von der Bildungsstätte Anne Frank in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), der Wüstenrot Stiftung (WS), dem Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA), dem Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ), dem Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex) und dem Jungen Ensemble Stuttgart (JES) veranstaltet.


In Kooperation mit:


Antisemitismus- und rassismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft

Antisemitismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit – Migrationsgesellschaft, Konkurrenzen, Bildungsstrategien: Diese Stichworte prägen zunehmend die gesellschaftliche, wissenschaftliche und pädagogische Auseinandersetzung mit Vorurteilen und mit ausgrenzenden Denk- sowie Deutungsmustern. Vielfach schwankt die Diskussion zwischen Eifer und Orientierungslosigkeit, zwischen eindeutigen Positionen und Differenziertheit.

Die Tagungsreihe „Blickwinkel. Antisemitismus- und rassismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft“ beleuchtet seit 2011 aktuelle Analysen, diskutiert innovative Bildungsansätze und setzt diskurskritische Akzente. Die Veranstaltungsreihe lädt zum Austausch und zur Vernetzung von Wissenschaft und pädagogischer Praxis ein.

GESPRÄCHSWÜRDIG
Räume und Grenzen des Dialogs

Blickwinkel 2026  
28./29. September 2026 in Stuttgart


Der Dialog wird oft als Universallösung für gesellschaftliche Konflikte beschworen. Während die Forderung „mit allen“ ins Gespräch zu gehen, laut bleibt, stehen Bildungs- und Austauschräume unter Druck: Sie werden angegriffen, delegitimiert oder für die Verbreitung menschenfeindlicher Ideologien instrumentalisiert. Rechtspopulistische Akteur*innen nutzen zudem öffentliche Dialogräume wie TV-Talkshows, Podien und soziale Medien, um antisemitische, rassistische und weitere menschenfeindliche Ideologien zu verbreiten – all das unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit.

Das wirft drängende Fragen auf: Was bringt der Austausch? Welche Rolle kann politische Bildungsarbeit im gesellschaftlichen Dialog einnehmen? Mit wem reden wir – und ab wann wird ein Gespräch zur Zumutung? Wo liegen die roten Linien? Wie können wir Safer Spaces schaffen und bewahren? Und wie uns zugleich vor Filterblasen schützen, die unseren Blick auf die Realität verzerren?

Bei unserer 17. Blickwinkel-Tagung, die vom 28. bis zum 29. September 2026 in Stuttgart stattfinden wird, diskutieren wir gemeinsam Möglichkeiten und notwendige Grenzen beim Diskurs in digitalen und analogen Räumen.
  • Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt. Ein Teilnahmebeitrag wird nicht erhoben. Es gibt ein kleines Kontingent an Hotelzimmern für eine Übernachtung in Stuttgart.
  • Es gibt einen barrierefreien Zugang zu den Tagungsräumen und wir bieten eine Übersetzung in DGS an.
  • Eine qualifizierte Kinderbetreuung wird kostenlos angeboten. Hierfür ist eine separate Anmeldung erforderlich.

VERANSTALTUNGSORT
Junges Ensemble Stuttgart
Eberhardstr. 61a
70173 Stuttgart
(Kulturareal Unterm Turm)    
12.30 – 13.00 ANKUNFT UND KURZER MITTAGSIMBISS

13.00 – 13.15 BEGRÜSSUNG UND ERÖFFNUNG

13.15 – 14.30 ZWEI IMPULSE: Wie im Gespräch bleiben? Über Räume und Grenzen des Dialogs
 
  • Heike Radvan, Institut für Rechtsextremismusforschung, Universtität Tübingen
  • Meron Mendel, Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt/M

Moderation: Sina Arnold, Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt & Zentrum für Antisemitismusforschung, Berlin

14.30 – 15.00 KAFFEEPAUSE

15.00 – 16.15 PODIUM: Mit allen reden? Der Dialog in unruhigen Zeiten
 
  • Anne Goldenbogen, Bildung in Widerspruch e.V., Berlin
  • Gilda Sahebi, Journalistin, Politikwissenschaftlerin & Autorin
  • ​​Jens-Christian Wagner, Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora & Friedrich-Schiller-Universität Jena
     
Moderation: Janis Detert, Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt/M

16.30 – 18.30 VERTIEFUNGSANGEBOTE I

A. Der Dialog im Bildungssetting: zwischen Polarisierung und Lernen in den Feldern Rassismus und Antisemitismus
Gespräche über Rassismus und Antisemitismus sind in der Bildungsarbeit oft von unterschiedlichen Erfahrungen, Erwartungen und Emotionen geprägt. Nicht selten begegnen pädagogische Angebote Widerständen, Ermüdung oder der Frage, warum eine Beschäftigung mit diesen Themen überhaupt noch notwendig sei. In dem Workshop reflektieren wir diese Herausforderungen und setzen uns mit der konstruktiven Begleitung von emotionalen Reaktionen, Spannungen und Machtverhältnissen im Lernraum auseinander. Mit dem Konzept der Braver Spaces stellen wir außerdem einen Ansatz vor, der Konflikte und Differenzen nicht ausblendet, sondern als Ausgangspunkt für Lernen und Auseinandersetzung versteht.
 
  • Jonas Herms & Tatjana Volpert, BildungsBausteine e.V., Berlin

B. Was tun gegen extrem rechte Bestrebungen? Demokratie und politische Kultur vor Ort in Baden-Württemberg
Die extreme Rechte und insbesondere die AfD fordern die demokratische Zivilgesellschaft heraus. Durch Anfragen, Anträge, Aktionen und vor allem Positionen, die nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Wie darauf reagieren? Ausgehend von Befunden und Beobachtungen zur Demokratie und politischen Kultur in unterschiedlichen Orten Baden-Württembergs diskutieren wir Reaktionen uns Strategien zur Stärkung des demokratischen Miteinanders.
 
  • Rolf Frankenberger, Institut für Rechtsextremismusforschung, Universtität Tübingen
     
C. Zwischen Wirkung und Widerstand. Möglichkeiten und Grenzen einer antisemitismuskritischen Vermittlungsarbeit
Antisemitische Ressentiments sind in der gesamten Gesellschaft tief verankert. Zugleich  blickt die Dominanzgesellschaft mit einem historisierenden, tabuisierenden und verrätselnden Blick auf den Antisemitismus. Dem gegenüber steht die Erfahrung von Jüdinnen_Juden. Für viele ist Antisemitismus alltagsprägend. Ziel der (Vermittlungs-)Arbeit von OFEK ist es, mit Multiplikator*innen dominanzgesellschaftliche   Perspektiven zu dekonstruieren sowie Annäherung an Kontinuitäten, Brüche und die Vielgestaltigkeit von Antisemitismus in der postnationalsozialistischen und postmigrantischen deutschen Gegenwartsgesellschaft aufzuzeigen. Die Möglichkeiten und Grenzen dieser Lernräume wollen wir zusammen beleuchten. 
 
  • OFEK e.V. – Beratungsstelle bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung, Baden-Württemberg

D. Begegnungspädagogik zu Israel-Palästina revisited
Das Trialog-Projekt ist ein bundesweites, multiperspektivisches Gesprächsformat über Israel-Palästina. Ausgehend vom Terroranschlag der Hamas in Israel am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Krieg in Gaza widmet sich das Projekt der Herausforderung, das kontroverse und konflikthafte Thema im schulischen Raum offen und differenziert besprechbar zu machen.

Trialoge schaffen einen Raum, in dem Schüler*innen sich über Gefühle und Erfahrungen austauschen können. Zugleich werden vielfältige Perspektiven und die Grautöne im Sprechen über den Krieg und den Konflikt sichtbar gemacht. Im Workshop werden Erkenntnisse aus der Trialog-Arbeit sowie das pädagogische Konzept vorgestellt. Gemeinsam diskutieren wir, welche Chancen, aber auch Grenzen der Trialog in seinem klar abgesteckten pädagogischen Rahmen hat und welche pädagogischen Tools hilfreich bei der Schaffung eines Raums für Austausch sind.
 
  • Helen Sophia Müller, Gesellschaft im Wandel, Berlin
     
E. GESPRÄCHSRAUM
Der GESPRÄCHSRAUM ist ein Format, in dem die Teilnehmenden in eine moderierte Diskussion miteinander treten. Ein kurzer Impuls zu Beginn der Session leitet in das Thema ein. Anschließend wird der Raum für alle geöffnet, die Redebedarf haben und ihre Expertisen in einem konstruktiven Dialog einbringen wollen.
 
  • Fadl Speck & N.N., Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA e.V.), Berlin

18.30 – 19.30 ABENDESSEN

19.30 - 20.15 LECTURE PERFORMANCE: „F*** you, Woyzeck!“
 
  • Nadja Rui, freie Schauspielerin & Gastschauspielerin am Jungen Ensemble Stuttgart
  • Frederic Lilje, stellvertretende künstlerische Leitung, Junges Ensemble Stuttgart
  • Marie Herholz, Theatervermittlung, Junges Ensemble Stuttgart
9.00 – 9.30 ANKOMMEN UND KAFFEE

9.30 – 11.30 VERTIEFUNGSANGEBOTE II
(Wiederholung der Vertiefungsangebote von Tag I)

11.45 – 13.00 PODIUM: Über das Scheitern und Gelingen des Dialogs. Perspektiven aus der antisemitismus- und rassismuskritischen Bildung und Kulturvermittlung
 
  • Barbara Mundel, Intendantin der Münchner Kammerspiele, München
  • Eva Berendsen, Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt/M
  • N.N.
     
Moderation: N.N.

13.00 – 14.00 ABSCHLIESSENDES MITTAGESSEN