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Der Begriff Identitätspolitik(en) ist heute oft Dreh- und Angelpunkt hitziger Debatten. Dabei steht er in erster Linie für etwas Gutes oder zumindest gut Gemeintes, nämlich dafür, den Blick auf die Bedürfnisse von marginalisierten Gruppen zu richten und diese im eigenen politischen Handeln zu berücksichtigen – z.B. durch gendersensible Sprache, mehr Sichtbarkeit in Medien und Kultur oder Antidiskriminierungsmaßnahmen. So weit, so gut.

Doch Identitätspolitik ist auch zu einem polemischen Kampfbegriff sowohl im rechten als auch im linken Lager mutiert. Dabei geht es u.a. um Fragen wie: Wer wird wie diskriminiert? Welche Begriffe sollte man aus seinem Wortschatz streichen und warum? Darf eine weiße Person eigentlich Dreadlocks tragen? Warum sind manche Faschingsverkleidungen ein No-Go? Dürfen weiße Personen Schwarze Emojis verwenden? Wer gehört gecancelt? Und ist Canceln überhaupt okay?

Von kultureller Aneignung über „Opferkonkurrenz“ bis zur Cancel Culture: Identitätspolitische Themen werden unter Jugendlichen teils heftig und emotional diskutiert. Solche Auseinandersetzungen können bereichernd sein und zum Nach- oder Umdenken anregen, aber auch negative Effekte wie Ausgrenzung oder einseitige und polarisierende Denkweisen gegen gesellschaftliche Pluralität und Meinungsvielfalt nach sich ziehen. Genau das ist problematisch. Denn der Einsatz für eine demokratische und nachhaltige Gesellschaft gelingt nur mit vereinten Kräften. An diesem wunden Punkt setzt unser Projekt „Identitäten ver_lernen“ an.

Unser Projekt richtet sich insbesondere an Jugendliche, die sich politisch oder gesellschaftlich in Verbänden, Organisationen, Initiativen oder in den sozialen Netzwerken engagieren.
Im Rahmen unseres Projektes „Identitäten ver_lernen“ möchten wir diese jungen Menschen dabei unterstützen, sich in den identitätspolitischen Spannungsfeldern zurechtzufinden. Mit unseren Angeboten möchten wir ihnen Orientierung und Unterstützung bieten in den manchmal vertrackt scheinenden Diskussionen rund um das Thema Identitätspolitik(en). 

Wie wollen wir das tun? Indem wir Wissen vermitteln, ihre Fähigkeit zum Perspektivwechsel und Konfliktlösung aktivieren und damit ihre Selbstwirksamkeit stärken. 

Die drei Kernthemenkomplexe, auf die wir dabei den Fokus legen, sind:
  • Spannungsfeld Rassismus, Antisemitismus und Sexismus und somit die Verschränkung von Diskriminierungserfahrungen (Intersektionalität)
  • kulturelle Aneignung (Sensibilisierung statt Verbote)
  • Spannungsfeld Rassismus und Antisemitismus (über Wissenslücken, Hierarchisierung, mangelnde Sensibilisierung für die Diskriminierungsformen und dazu verbreitete Falschinformationen) 
     
  • Ausbildungskurse für junge Menschen: Einem rassismus- und antisemitismuskritischen Train-the-Trainer-Ansatz folgend, möchten wir die Jugendlichen in unseren einwöchigen Ausbildungskursen zu Multiplikator*innen ausbilden, ihnen dabei Wissen, Methodik und Handlungskompetenzen zu den drei oben genannten identitätspolitischen Kerndebatten an die Hand geben und sie somit befähigen, in ihrem jeweiligen Umfeld selbst Sensibilisierungsarbeit zu leisten.
  • Diskussionsveranstaltungen
  • ein themenbezogenes und kostenfreies E-Magazin für Jugendliche und Lehrkräfte
Im Mai 2024 haben wir im Rahmen unseres Projektes einen fünftägigen kostenfreien Ausbildungskurs für junge Menschen bis 27 Jahren angeboten – die Spring School. Der Kurs fand online und an einem Präsenz-Wochenende in Frankfurt am Main statt. 

Unser neues Ausbildungsformat wurde erstmals im November 2023 als Winter School veranstaltet.
Im November 2023 haben wir im  Rahmen des Projektes einen fünftägigen kostenfreien Ausbildungskurs für junge Menschen angeboten - die „Winter School“. Der Kurs fand online und an einem Präsenz-Wochenende in Frankfurt am Main statt. Im Mai 2024 werden wir dieses  Ausbildungsformat wiederholen. Die Bewerbungsfrist für die Teilnahme ist bereits abgelaufen.

Unsere Zielgruppe waren junge engagierte Menschen (bis 27 Jahre), die Lust haben, die drängenden Debatten unserer Zeit weiterzuführen – ob auf Social Media oder im Ehrenamt. Unser fünftägiger Kurs orientierte sich an ihren Lebenswelten, Fragen und Herausforderungen aus dem (digitalen) Alltag.

Die Frankfurter Rundschau widmete am 24. November 2023 dem Workshop einen Bericht mit dem Titel: Workshop in Frankfurt: Das Netz nicht dem Hass überlassen