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Der Begriff Identitätspolitik(en) ist heute oft Dreh- und Angelpunkt hitziger Debatten. Dabei steht er in erster Linie für etwas Gutes oder zumindest gut Gemeintes, nämlich dafür, den Blick auf die Bedürfnisse von marginalisierten Gruppen zu richten und diese im eigenen politischen Handeln zu berücksichtigen – z.B. durch gendersensible Sprache, mehr Sichtbarkeit in Medien und Kultur oder Antidiskriminierungsmaßnahmen. So weit, so gut.

Doch Identitätspolitik ist auch zu einem polemischen Kampfbegriff sowohl im rechten als auch im linken Lager mutiert. Dabei geht es u.a. um Fragen wie: Wer wird wie diskriminiert? Welche Begriffe sollte man aus seinem Wortschatz streichen und warum? Darf eine weiße Person eigentlich Dreadlocks tragen? Warum sind manche Faschingsverkleidungen ein No-Go? Dürfen weiße Personen Schwarze Emojis verwenden? Wer gehört gecancelt? Und ist Canceln überhaupt okay?

Von kultureller Aneignung über „Opferkonkurrenz“ bis zur Cancel Culture: Identitätspolitische Themen werden unter Jugendlichen teils heftig und emotional diskutiert. Solche Auseinandersetzungen können bereichernd sein und zum Nach- oder Umdenken anregen, aber auch negative Effekte wie Ausgrenzung oder einseitige und polarisierende Denkweisen gegen gesellschaftliche Pluralität und Meinungsvielfalt nach sich ziehen. Genau das ist problematisch. Denn der Einsatz für eine demokratische und nachhaltige Gesellschaft gelingt nur mit vereinten Kräften. An diesem wunden Punkt setzt unser Projekt „Identitäten ver_lernen“ an.


Wir machen dich fit für die Debatten unserer Zeit - Bewirb dich jetzt für unsere Spring School!

Teilnehmende der Winter School 2023 mit Überraschungsgast Enissa Amani (Mitte unten) und Projektleiterin Nava Zarabian (zweite oben links) und weiteren Bildungsstätte-Kolleg*innen.

Im Mai 2024 bieten wir im Rahmen unseres Projektes einen fünftägigen kostenfreien Ausbildungskurs für junge Menschen bis 27 Jahren an – die „Spring School“. Der Kurs findet online und an einem Präsenz-Wochenende in Frankfurt am Main statt.

Bewerbungsfrist: 18. März 2024

Online-Termine:
Freitag, 3. Mai 2024
Freitag, 10. Mai 2024
Samstag, 11. Mai 2024

Wochenende in Präsenz in Frankfurt:
Freitag, 17. Mai 2024
Samstag, 18. Mai 2024

Du wirst schon wieder in eine Diskussion über Karnevalskostüme und Cancel Culture verwickelt, während die Krisen und der Rechtsruck immer spürbarer werden? Du setzt dich gegen Diskriminierung ein, bist aber manchmal unsicher, was die richtigen Mittel dafür sind? Du fragst dich: Wann sprechen wir überhaupt von Rassismus, warum über Antisemitismus und welche Verschränkungen gibt es mit weiteren Diskriminierungsformen wie Sexismus oder Klassismus?

Dann bewirb dich jetzt für unsere hybride Spring School!

Für unser hybrides Ausbildungsformat suchen wir junge engagierte Menschen (bis 27 Jahre), die Lust haben, die drängenden Debatten unserer Zeit weiterzuführen – ob auf Social Media, im Alltag, im Beruf oder im Ehrenamt. Unser fünftägiger Kurs orientiert sich an euren Lebenswelten, Fragen und Herausforderungen aus dem (digitalen) Alltag.

Wenn du dich für die Themen Rassismus und Antisemitismus interessierst, offen bist für selbstkritische Prozesse und Lust hast, als Multiplikator*in mit jungen Menschen und/oder auf Social Media dazu zu arbeiten, dann melde dich!

Mit digitalen Kurseinheiten und an einem Präsenzwochenende in Frankfurt am Main im Mai 2024 schulen wir dich dafür mit anderen in den Austausch zu gehen. (Anfahrt und Übernachtung werden übernommen).

Erfahrene Expert*innen machen dich thematisch und methodisch fit für die drängenden Debatten unserer Zeit: Du erfährst mehr über die Verschränkungen von Diskriminierung, über gewaltvolle Sprache oder dazu, wie du anderen deine Position zu diesen Themen gut vermitteln kannst.

Nach Abschluss des Kurses erhältst du von uns ein Zertifikat und die Möglichkeit mit uns weiter an den Themen zu arbeiten. Du hilfst jungen Menschen dabei, Diskriminierung zu erkennen und neue Perspektiven auf unsere Gesellschaft zu entwickeln.

So bewirbst du dich:
Beschreibe in einem kurzen Text, wer du bist und was dich motiviert teilzunehmen. Vielleicht hast du schon mal ein Reel, Tiktok oder sonstigen Beitrag auf Social Media erstellt, den du uns gerne zeigen willst? Das alles schickst du bis 18. März 2024 per E-Mail an Nava: nzarabian-at-bs-anne-frank.de

Wir freuen uns auf deine Bewerbung!

Unser neues Ausbildungsformat wurde erstmals im November 2023 als Winter School veranstaltet.
Unser Projekt richtet sich insbesondere an Jugendliche, die sich politisch oder gesellschaftlich in Verbänden, Organisationen, Initiativen oder in den sozialen Netzwerken engagieren.
Im Rahmen unseres Projektes „Identitäten ver_lernen“ möchten wir diese jungen Menschen dabei unterstützen, sich in den identitätspolitischen Spannungsfeldern zurechtzufinden. Mit unseren Angeboten möchten wir ihnen Orientierung und Unterstützung bieten in den manchmal vertrackt scheinenden Diskussionen rund um das Thema Identitätspolitik(en). 

Wie wollen wir das tun? Indem wir Wissen vermitteln, ihre Fähigkeit zum Perspektivwechsel und Konfliktlösung aktivieren und damit ihre Selbstwirksamkeit stärken. 

Die drei Kernthemenkomplexe, auf die wir dabei den Fokus legen, sind:
  • Spannungsfeld Rassismus, Antisemitismus und Sexismus und somit die Verschränkung von Diskriminierungserfahrungen (Intersektionalität)
  • kulturelle Aneignung (Sensibilisierung statt Verbote)
  • Spannungsfeld Rassismus und Antisemitismus (über Wissenslücken, Hierarchisierung, mangelnde Sensibilisierung für die Diskriminierungsformen und dazu verbreitete Falschinformationen) 
     
  • Ausbildungskurse für junge Menschen: Einem rassismus- und antisemitismuskritischen Train-the-Trainer-Ansatz folgend, möchten wir die Jugendlichen in unseren einwöchigen Ausbildungskursen zu Multiplikator*innen ausbilden, ihnen dabei Wissen, Methodik und Handlungskompetenzen zu den drei oben genannten identitätspolitischen Kerndebatten an die Hand geben und sie somit befähigen, in ihrem jeweiligen Umfeld selbst Sensibilisierungsarbeit zu leisten.
  • Diskussionsveranstaltungen
  • ein themenbezogenes und kostenfreies E-Magazin für Jugendliche und Lehrkräfte
Im November 2023 haben wir im  Rahmen des Projektes einen fünftägigen kostenfreien Ausbildungskurs für junge Menschen angeboten - die „Winter School“. Der Kurs fand online und an einem Präsenz-Wochenende in Frankfurt am Main statt. Im Jahr 2024 werden wir dieses  Ausbildungsformat wiederholen. 

Unsere Zielgruppe waren junge engagierte Menschen (bis 27 Jahre), die Lust haben, die drängenden Debatten unserer Zeit weiterzuführen – ob auf Social Media oder im Ehrenamt. Unser fünftägiger Kurs orientierte sich an ihren Lebenswelten, Fragen und Herausforderungen aus dem (digitalen) Alltag.

Die Frankfurter Rundschau widmete am 24. November 2023 dem Workshop einen Bericht mit dem Titel: Workshop in Frankfurt: Das Netz nicht dem Hass überlassen