Loading...

Auf der selbst ernannten „Entertainment-Plattform“ gibt es jede Menge Unterhaltung. Aber dazwischen finden sich auch Inhalte, die problematisch, gefährlich und sogar strafrechtlich relevant sind. Diesem Hass muss die Stirn geboten werden – und wie das aussehen kann, erklären wir euch in diesem Post. 

Von Hatespeech, also Hassrede, wird gesprochen, wenn Personen oder Personengruppen im Internet mit Worten abgewertet oder angegriffen werden. Sexistische, rassistische, queerfeindliche und antisemitische Beleidigungen und Hetze sind Formen von Hassrede, die auf TikTok immer mehr Raum einnehmen. Oft zeigt sich das volle Ausmaß des Hasses in den Kommentarspalten.

TikTok bietet einige Möglichkeiten, damit ihr euren Account vor Hass schützen könnt. Ihr findet in den Datenschutzeinstellungen der App die Funktion „Alle Kommentare filtern“. Dort könnt ihr zum Beispiel einstellen, dass Kommentare zu euren Videos nicht sofort öffentlich zu sehen sind – sie müssen erst von euch freigeben werden. Ihr könnt außerdem einen Filter für „Spam und beleidigende Kommentare“ aktivieren. Unter „Stichwörter filtern“ könnt ihr auch Begriffe bestimmen, die vom Filter automatisch erkannt werden sollen.

Zudem bietet euch TikTok unterschiedliche Meldemöglichkeiten, wenn ihr auf Videos, Kommentare oder User*innen stoßt, die Hass in der Community verbreiten. Sobald ihr einen Inhalt meldet, könnt ihr einen passenden Grund auswählen, zum Beispiel, dass die „Sicherheit Minderjähriger“ gefährdet sei, ein Inhalt „Extremismus mit Gewalttätigkeit“  oder „Hasserfülltes Verhalten“ verbreitet. Ihr könnt außerdem eine eigene Meldebeschreibung abgeben – benennt dabei auch immer ganz eindeutig den verantwortlichen Account und macht Screenshots vom Inhalt.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, hasserfüllte Inhalte als Verstoß gegen das NetzDG („Netzwerkdurchsetzungsgesetz“) zu melden: Das NetzDG umfasst die Verpflichtung sozialer Netzwerke, rechtswidrige Inhalte innerhalb einer festgelegten Zeit, nachdem eine entsprechende Meldung eingegangen ist, zu entfernen. Inhalte, die gegen bestimmte Paragrafen des Strafgesetzbuches verstoßen, können als Verstöße gegen das NetzDG gemeldet werden. Darunter fällt etwa die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen, Volksverhetzung und Beleidigungen.

Für zusätzliche Tipps könnt ihr auch auf der Seite der Beratungsstelle HateAid.org vorbeischauen. Dort findet ihr Antworten auf grundsätzliche Fragen zum Thema Gewalt im Internet. Hier könnt ihr euch auch Unterstützung holen, wenn ihr von Hatespeech betroffen seid. Handelt es sich konkret um antisemitische Hetze und Beleidigungen, könnt ihr euch außerdem an RIAS wenden, die Betroffene unterstützen und antisemitische Vorfälle bundesweit dokumentieren. Zur Plattform report-antisemitism.de.
 Das Wichtigste: Schützt euch und lasst euch auf keine Diskussionen ein, wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr es zum Beispiel mit Troll-Accounts zu tun habt. Holt euch von eurer Community Unterstützung, wenn der Hass überhandnehmen sollte. Wenn es euch zu viel wird oder ihr konkret bedroht werdet, könnt ihr neben dem Melden von Nutzer*innen, diese auch blockieren und die Kommentarfunktion ausschalten.

Denkt immer daran: Hatespeech beschränkt sich oft auf allgemein formulierte Vorurteile – stellt gezielte Nachfragen, die die Äußerungen eures Gegenübers als substanzlos entlarven. Antisemitismus, Rassismus und andere Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wollen immer einen Unterschied zwischen „uns“ und „den Anderen“ konstruieren – lasst das so nicht so stehen und macht Mitlesende darauf aufmerksam.

Eine ausführliche Übersicht mit Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Antisemitismus und Hassrede auf TikTok könnt ihr hier herunterladen:

Handlungsempfehlungen gegen Hassrede auf TikTok

Jetzt mehr erfahren über unsere TikTok-Kampagne #Gemeinsam gegen Antisemitismus.

Dieser Beitrag ist im Rahmen des Projekts Antisemitismuskritische Bildungsinitiative auf TikTok entstanden. Das Projekt wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft gefördert.