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In Hessen leben Menschen aus mehr als 190 Nationen. Sie gehören unterschiedlichen Religionsgemeinschaften an oder sind konfessionslos, viele engagieren sich in zivilgesellschaftlichen Kulturvereinen und migrantischen Selbstorganisationen. Besonders in großen hessischen Städten wie Frankfurt treffen unterschiedliche soziale Lebensrealitäten, Biografien und Zugehörigkeitsgefühle aufeinander – das macht das Zusammenleben der Menschen vielfältiger und bereichernder, führt aber auch zu Spannungen und Diskriminierungserfahrungen unterschiedlicher Form.

Auch transnationale oder globale Probleme, wie beispielsweise der Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und der daraus resultierende Krieg in Gaza, wirken sich auf das Miteinander in einer postmigrantischen Gesellschaft aus. Gerade vor dem Hintergrund globaler Konflikte gehört es außerdem zur Logik von Rassist*innen, Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Hautfarbe zu trennen und Minderheiten gegeneinander auszuspielen. Um hier ein Gegengewicht zu schaffen, braucht es starke Allianzen zwischen Jüdinnen*Juden und Muslim*innen.

Hinzu kommt, dass die Diskussionen rund um das Thema Migration auch in Deutschland häufig von Stigmatisierungen geprägt sind und die Chancen und Vorteile, die sich durch Zuwanderung für unsere Gesellschaft ergeben, viel zu wenig in den Vordergrund gerückt werden. Bei all diesen gesellschaftlichen Herausforderungen setzt unser Projekt an.

Das Hessische Kompetenzzentrum „Rassismus und Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft“ wird von der Bildungsstätte Anne Frank in enger Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales im Rahmen des Integrationsvertrages umgesetzt – das Projekt steht somit auch für eine starke Kooperation zwischen Staat und Zivilgesellschaft.

Ziel unseres Hessischen Kompetenzzentrums „Rassismus und Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft“ ist es, jüdisch-muslimische Begegnungen und Bündnisse gegen Diskriminierung zu fördern. Dabei sollen jenseits von Opferkonkurrenzen, Brücken geschlagen werden zwischen Betroffenen von (antimuslimischem) Rassismus und Antisemitismus. Eine weitere zentrale Aufgabe des Kompetenzzentrums ist es zudem, Wissen zu Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus zu vermitteln. Im Fokus stehen somit die Aufklärung zu den unterschiedlichen Diskriminierungsformen, das Empowerment der Betroffenen und die Sensibilisierung der Gesamtgesellschaft für die Thematik.

Im Rahmen von zwei öffentlichen Fachveranstaltungen, die Workshopangebote inkludieren, und einem Netzwerktreffen, sollen möglichst viele Menschen individuell angesprochen und gleichzeitig in kollektiven Aushandlungsprozessen beteiligt werden.
 
Unser Kompetenzzentrum richtet sich an:
  • die breite Öffentlichkeit, also Erwachsene, die sich informieren und in ihrem Umfeld für eine rassismus- und antisemitismuskritische Gesellschaft einsetzen möchten
  • Einzelpersonen aus zivilgesellschaftlichen Organisationen wie Vereinen, Verbänden und der Geflüchtetenhilfe
  • Mitarbeitende aus Institutionen des öffentlichen Sektors wie Ämtern, Behörden, Kommunen
     
 
Im Rahmen unseres Projektes werden im Jahr 2024 folgende Angebote umgesetzt:
 
  • zwei öffentliche Fachveranstaltungen, die Workshopangebote inkludieren
  • ein geschlossenes Netzwerktreffen für zivilgesellschaftliche Organisationen und Akteur*innen aus der Rassismus- und Antisemitismusprävention

Unsere Veranstaltungen dienen dazu Fachkräfte, Aktivist*innen, Vertreter*innen von NGOs und andere Interessierte zusammenzubringen, um sich zu bewährten Praktiken auszutauschen, neue Ansätze zu diskutieren und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Damit möchten wir einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Stärkung des Engagements gegen Antisemitismus und (antimuslimischen) Rassismus sowie zur Förderung einer inklusiven und respektvollen Gesellschaft zu leisten.

Unser Fokus bei den öffentlichen Fachveranstaltungen liegt dabei auf Formaten, die den Dialog zwischen Personen aus jüdischen und muslimischen Communitys bzw. Betroffenen von Antisemitismus und Rassismus ermöglichen.

Das nicht-öffentliche Netzwerktreffen wiederum dient dem Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis und der Vernetzung der Akteur*innen.