Projekte
Hessisches Kompetenzzentrum „Rassismus und Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft“
Kontakt
Muniba Kahlon
Projektleitung
(sie/ihr - she/her)
Tel.: 069 / 56 000 262
E-Mail: mkahlon-at-bs-anne-frank.de
Laufzeit des Projekts: Juli 2024 bis Dezember 2025
Wir machen dich fit für die antisemitismus- und rassismuskritische Bildungsarbeit mit Erwachsenen.
Du bist bereits in der politischen Erwachsenenbildung in Hessen tätig und möchtest dein Wissen zu den Themen Antisemitismus und Rassismus ausbauen? Du fragst dich, wie emotional aufgeladene Themen wie der Nahostkonflikt im pädagogischen Raum sensibel besprochen werden können?
Dann bewirb dich für unseren fünftägigen & kostenfreien Ausbildungskurs zur/zum Demokratietrainer*in in der Erwachsenenbildung!
Wann und wo findet der Kurs statt?
Zeitraum: 17. bis 21.11.2025 (Mo–Fr, ganztägig)
Ort: 3 Tage digital / 2 Tage in Präsenz in Frankfurt am Main
Anreise, Übernachtung und Verpflegung an den Präsenztagen werden übernommen.
So bewirbst du dich:
Sende eine E-Mail mit Motivationsschreiben und Lebenslauf, aus denen deine bisherigen Erfahrungen in der Erwachsenenbildung hervorgehen, an:
mkahlon-at-bs-anne-frank.de
Bewerbungsfrist: 6.11.2025
Gefördert von:

Auch transnationale oder globale Probleme, wie beispielsweise der Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und der daraus resultierende Krieg in Gaza, wirken sich auf das Miteinander in einer postmigrantischen Gesellschaft aus. Gerade vor dem Hintergrund globaler Konflikte gehört es außerdem zur Logik von Rassist*innen, Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Hautfarbe zu trennen und Minderheiten gegeneinander auszuspielen. Um hier ein Gegengewicht zu schaffen, braucht es starke Allianzen zwischen Jüdinnen*Juden und Muslim*innen.
Hinzu kommt, dass die Diskussionen rund um das Thema Migration auch in Deutschland häufig von Stigmatisierungen geprägt sind und die Chancen und Vorteile, die sich durch Zuwanderung für unsere Gesellschaft ergeben, viel zu wenig in den Vordergrund gerückt werden. Bei all diesen gesellschaftlichen Herausforderungen setzt unser Projekt an.
Das Hessische Kompetenzzentrum „Rassismus und Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft“ wird von der Bildungsstätte Anne Frank in enger Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales im Rahmen des Integrationsvertrages umgesetzt – das Projekt steht somit auch für eine starke Kooperation zwischen Staat und Zivilgesellschaft.
Im Rahmen von zwei öffentlichen Fachveranstaltungen, die Workshopangebote inkludieren, und einem Netzwerktreffen, sollen möglichst viele Menschen individuell angesprochen und gleichzeitig in kollektiven Aushandlungsprozessen beteiligt werden.
- die breite Öffentlichkeit, also Erwachsene, die sich informieren und in ihrem Umfeld für eine rassismus- und antisemitismuskritische Gesellschaft einsetzen möchten
- Einzelpersonen aus zivilgesellschaftlichen Organisationen wie Vereinen, Verbänden und der Geflüchtetenhilfe
- Mitarbeitende aus Institutionen des öffentlichen Sektors wie Ämtern, Behörden, Kommunen
- zwei öffentliche Fachveranstaltungen, die Workshopangebote inkludierten
- ein geschlossenes Netzwerktreffen für zivilgesellschaftliche Organisationen und Akteur*innen aus der Rassismus- und Antisemitismusprävention
Unsere Veranstaltungen dienten dazu Fachkräfte, Aktivist*innen, Vertreter*innen von NGOs und andere Interessierte zusammenzubringen, um sich zu bewährten Praktiken auszutauschen, neue Ansätze zu diskutieren und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Ziel war es, einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Stärkung des Engagements gegen Antisemitismus und (antimuslimischen) Rassismus sowie zur Förderung einer inklusiven und respektvollen Gesellschaft zu leisten.
Unser Fokus bei den öffentlichen Fachveranstaltungen lag dabei auf Formaten, die den Dialog zwischen Personen aus jüdischen und muslimischen Communitys bzw. Betroffenen von Antisemitismus und Rassismus ermöglichen.
Das nicht-öffentliche Netzwerktreffen wiederum diente dem Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis und der Vernetzung der Akteur*innen.
Bei der Veranstaltung gab es zwei Inputs:
- Eva Berendsen (Bildungsstätte Anne Frank) hat den neuen Report „Der Holocaust als Meme – Wie in digitalen Räumen Geschichte umgedeutet wird“ vorgestellt und erläutert, wie digitale Plattformen und KI-Anwendungen zunehmend das Geschichtsverständnis junger Menschen beeinflussen. Sie hob vor allem die gefährlichen Tendenzen hervor: Holocaust-Relativierung, revisionistische Meme-Kultur und neue Schuldnarrative zeigen, wie stark digitale Räume politische Deutungskämpfe prägen.
- Jerome Trebing (Amadeu Antonio Stiftung) hat sich in seinem Talk „Digitale Räume pädagogisch (mit)gestalten? – Digital Streetwork & Antisemitismusprävention“ der Frage gewidmet: Wie können Fachkräfte in sozialen Medien, Kommentarspalten und Gaming-Communities wirksam gegen Hass, Desinformation und Antisemitismus intervenieren? Er bot praxisnahe Einblicke in Strategien, Methoden und Fallbeispiele – mit besonderem Fokus auf Entwicklungen nach dem 7. Oktober.
Bei den beiden Talks des Abends sprachen wir u.a. mit:
- Elishewa Patterson und Khaled El Sayed, den Initiator*innen des Projekts „Sei ein Mensch!“, bei dem sich Jüdinnen_Juden und Muslim*innen wöchentlich zu einer Demo in Frankfurt am Main treffen, um gemeinsam ein Zeichen der Solidarität für die Menschen zu setzen, die vom Krieg in Nahost betroffen sind,
- Itamar Avneri und Amal Ghawi von der jüdisch-arabischen Grassroot-Bewegung „Standing Together“ aus Berlin, die sich für eine friedliche, gemeinsame Zukunft von Israelis und Palästinenser*innen einsetzen.
Grußwort von Katrin Hechler, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales
Moderation: Maja Sojref
Das Netzwerktreffen bot Raum, um sich mit anderen Akteur*innen über die Herausforderungen in der (Bildungs-)Arbeit seit dem 7. Oktober 2023 auszutauschen.
Zum „Let’s talk!“ Flyer mit gesamtem Programm
Special Guest: Abdul Kader Chahin (Comedian und Aktivist) mit einem Stand-up-Programm
Der Stand-up Comedy Beitrag von Abdul Kader Chahin kann jetzt auf YouTube nachträglich angeschaut werden!
Weitere Inputs waren von:
- Sapir Heller (Theaterregisseurin)
- Tom Kellner und Seba Abudaqa (Gründerinnen „Clean Shelter“-Projekt)
- James und David Ardinast (Gastronomen, Betreiber Bar Shuka)
- Aaron Edelmann (Basketball-Trainer, Sportverein TuS Makkabi Frankfurt)
- Furkan Yüksel und Samuel Stern (Botschafter Yad-be-Yad-Begegnungsprojekt/ Botschafter Shalom und Salam-Initiative / Bildungsstätte Anne Frank)
Vivian Perkovic
Eine Veranstaltung im Rahmen der Fokustage „Let’s talk!“. Gefördert vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales.
