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Weitere Projekte

Wenn Anne ein rosa Pali-Tuch trägt

Ein Lernlabor zu Antisemitismus und Jugendkultur in der Migrationsgesellschaft

Wir möchten möglichst viele junge Menschen in Deutschland über Antisemitismus im Besonderen sowie Rassismus und Diskriminierung im Allgemeinen informieren und ihnen zeigen, wie sie sich persönlich dagegen engagieren können. Voraussetzung dafür ist, dass Jugendliche diese Phänomene verstehen und ihre Erscheinungsformen erkennen können.

Die bewegenden Tagebuchaufzeichnungen des jüdischen Mädchens Anne Frank sind dabei für viele Jugendliche ein Türöffner, um zu verstehen, wohin eine Ideologie der Ungleichwertigkeit führen konnte. Unser Anliegen ist es, dass Jugendliche diese Erfahrung in ihre heutige, alltägliche Lebenswelt übertragen können, dass sie sensibel für Diskriminierungsgeschehen, menschenverachtende Ideologien und Instrumentalisierungen in ihrem Umfeld werden.

Ein weiteres Ziel ist es, Jugendlichen praktische Kompetenzen zu vermitteln, die nötig sind, um die gewonnenen Erkenntnisse im Alltag umzusetzen. Dazu gehört es, reflektiert - d.h. ohne abwehrende und diskriminierende Affekte - mit Diversität in ihrer Umgebung umzugehen, eigene Anliegen ohne Rückgriffe auf rassistische oder antisemitische Argumentationen vorzutragen, eigene Ideen für ein demokratisches Zusammenleben und Handlungsstrategien gegen Antisemitismus entwickeln zu können.

Außerdem möchten wir auch die pädagogischen Fachkräfte in ihrer Arbeit unterstützen und ihnen weitere Strategien, Methoden und Kompetenzen zur Verfügung stellen.

Anne Frank und Frankfurt. Anne Frank in den Medien

Aufgrund ihrer besonderen Eignung als Identifikationsfigur wird der Bezug zu Anne Frank, ihre Verbindung zu Frankfurt, ihre historische Biographie, ihre Medienpräsenz und ihre gegenwärtige Bedeutung zum Ausgangspunkt einer Auseinandersetzung mit aktuellen Formen von Antisemitismus gemacht. Von hier aus wird ein reflektierter Umgang mit Identifikationsangeboten sowie Selbst- und Fremdbildern geübt.

Wir vereinen Ansätze der Menschenrechtsbildung, der Demokratieerziehung und der Radikalisierungsprävention sowie Ansätze der konstruktiven, gewaltfreien Kommunikation und Konfliktbearbeitung mit denen der politischen Bildung. Nicht nur der so entstehende physische und virtuelle Lernraum ist partizipativ angelegt, sondern schon seine Entwicklung selbst: Jugendliche Expertinnen*gruppen, die sich plural aus Mitgliedern der Migrationsgesellschaft zusammensetzen - darunter junge Jüd*innen und Muslim*innen - haben das Entstehen kritisch begleitet. Eine weitere kritische Begleitung erfolgte durch eine wissenschaftliche Expertise (aus Politik, Gesellschaftswissenschaft, Didaktik und Pädagogik).

Das Lernlabor wendet sich direkt an die urbane und (gerade in Frankfurt besonders) plurale und differenzierte Stadtgesellschaft. Die Vielfalt eigener Diskriminierungserfahrungen in einer pluralen Gesellschaft wird ernst genommen und neues Licht auf die Frage geworfen: "Wie wollen wir in dieser Gesellschaft leben und was können wir für ein gerechtes Miteinander selbst tun?"

Unsere Beratungserfahrung zeigt deutlich: Nur wer sich in seinen Erfahrungen von Betroffenheit, in seiner persönlichen Perspektive und in seinem Engagement wahr- und angenommen fühlt, ist dazu bereit, eigene Haltungen und Verstrickungen zu überdenken, neues Wissen zuzulassen und Sinnhorizonte zu erweitern.

Gefördert vom Bundesfamilienministerium im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben!

Living in (E)Quality

Frankfurt auf Augenhöhe


"living in (e)quality" unterstützt Menschen,die sich in ihrem Stadtteil für ein Zusammenlebenauf Augenhöhe engagieren.

Frankfurt ist bekannt für Toleranz und Vielfalt. Hier leben Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religionen und Kulturen respektvoll und friedlich miteinander.
Aber auch in unserer Stadt gibt es immer mehr Vorurteile gegen Menschen, die als fremd und anders wahrgenommen werden. Anfeindungen gegen Geflüchtete nehmen zu, Hass und menschenfeindliche Hetze werden in die Öffentlichkeit getragen. Es wächst der Bedarf an professioneller Begleitung und Beratung, um mit diesen Konflikten umgehen zu können.

Hier setzt "living in (e)quality" an: Das Projekt fördert die produktive Auseinandersetzung in Ihrem Viertel - je nach Ihrem Bedarf und der konkreten Situation im Stadtteil. Wir bieten Unterstützung in akuten Konflikten, eine langfristige Begleitung im Alltag sowie Möglichkeiten zur Weiterbildung.

Zum Flyer

Gefördert vom Bundesministerium des Innern.

respekt! Frankfurt gegen Diskriminierung

Viele Schülerinnen und Schüler machen Erfahrungen mit Diskriminierung - sei es auf Grund ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Religionszugehörigkeit oder anderer Zuschreibungen. Auch in Frankfurt.

Zugleich ist die Schule natürlich auch ein Ort, wo das Thema - ob im Unterricht oder im Kollegium - kritisch verhandelt wird. Dabei möchten wir Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler unterstützen.

Zusammen mit verschiedenen (Selbst-)Organisationen und Initiativen haben wir ein umfassendes pädagogisches Programm entwickelt, das sowohl eine grundsätzliche als auch spezifische Beschäftigung mit der Thematik ermöglicht - und sich für gegenseitigen respekt! in der pluralen Gesellschaft einsetzt.

Seit September 2015 haben mehr als 1.000 Frankfurter Schüler*innen an Workshops teilgenommen, in denen sie sich mit unterschiedlichen Formen von Diskriminierung auseinandersetzen konnten. Etwa vierzig Lehrkräfte nahmen an Fortbildungen teil.

Angesichts dieser positiven Bilanz und weil der Bedarf an einer präventiven und professionellen Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen von Diskriminierung weiterhin hoch ist, geht das Projekt "Respekt! Frankfurt gegen Diskriminierung" mit Unterstützung des Bildungsdezernats der Stadt Frankfurt im Schuljahr 2016/17 in die zweite Runde.

Ein Projekt des Bildungsdezernats der Stadt Frankfurt und der Bildungsstätte Anne Frank. In Kooperation mit: Amt für multikulturelle Angelegenheiten Frankfurt, SchLAu Frankfurt, Frauenreferat der Stadt Frankfurt & FeM Mädchenhaus, Bildungskollektiv Bleiberecht, Förderverein Roma e.V.