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Plakatausstellung

Plakatwettbewerb 2015

Sponsoren & Partner 2015


Alexander Graf Lambsdorff, Vize-Präsident des Europäischen Parlaments

Kunstwettbewerb 2015: Mensch, Du hast Recht(e)!

Auch in diesem Jahr hat die Bildungsstätte Anne Frank mit Unterstützung von William Blair & Company wieder Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Deutschland motivieren können, sich auf kreative Weise mit gesellschaftspolitischen Fragen auseinanderzusetzen. Diesmal ging es darum, ein Plakat zu entwerfen. Der Arbeitsauftrag lautete: „Mensch, Du hast Recht(e)! – Zeig` uns Deine Vision von einer Gesellschaft für alle“.

Zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Deutschland haben sich angesprochen gefühlt und sich künstlerisch mit der Frage auseinandergesetzt, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, die allen ein gutes (Zusammen-)Leben ermöglicht. Ihre ganz unterschiedlichen Visionen und Ideen haben die jungen Menschen auf Plakate gebracht. „Mehr als 350 Gesellschaftskritiken und -entwürfe sind entstanden, die uns überraschten, nachdenklich machten und schwer begeisterten“, sagt Dr. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank.

Die Autorin und Jurymitglied Noah Sow eröffnete am 11. Juni das große Finale des Plakatwettbewerbs mit ihrem empowernden Vortrag „Kunst ist für alle da“.

 

Gewinner des Sonderpreises

Wirklich teilen!

Markus Knöll (20 Jahre) aus Offenbach gewinnt ein Macbook!

„Is this the way we share food today?“ fragt das Plakat. Für Knöll keine Frage: „Wir werfen so viel Nahrungsmittel weg, auch in den Restaurants und so, statt es denen zu geben, die hungern“, kritisiert er.

Kategorie „Profis“

Wasser ist ein Menschenrecht

Jakob Lauer (25 Jahre) aus Stuttgart

„Der Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen wurde von den Vereinten Nationen als Menschenrecht erklärt. Leider können ungefähr ein Drittel der Menschheit eben nicht von diesem Recht Gebrauch machen. […] Fehlt Wasser, so geht es Menschen schlecht, Ungleichheit macht sich breit, der Nährboden für Kriege und Konflikte. Es darf nicht privatisiert werden und von profitorientierten Weltkonzernen für teures Geld an Menschen verkauft werden, die nicht die finanziellen Möglichkeiten haben in Flaschen abgefülltes Wasser zu kaufen. Wasser ist Leben und deshalb ein Recht für alle Menschen“

Opfer von Frauenhandel

Viktoria Henkel (23 Jahre)

„Menschenhandel gehört leider keineswegs der Vergangenheit an. In den meisten Fällen ist es Frauenhandel. In Deutschland waren es im Jahr 2011 über 600 erkannte Opfer.

Die Mädchen sind minderjährig, oft nicht mal 14 Jahre alt und stammen aus anderen Ländern. Sie werden verschleppt und versklavt. Das alles ist mit erheblichen Gewalterfahrungen verbunden. Wenn die Opfer am Leben bleiben, schweigen sie aus Scham oder Angst.“

Stick together

Milan Dangol (20 Jahre) aus Offenbach

„Die Aufforderung „Stick together“ meint einerseits wörtlich den Zusammenhalt. Andererseits ist die Form einer Pommes wie ein „Stick“ (Stab). Die aufrechte geordnete Haltung dieser ist durch die Form der Schachtel bedingt. Auf einem Pappteller oder Ähnlichem würden sie das perfekte Chaos ergeben. So aufrichtig und sich (metaphorisch) nahe stehend wie die Sticks sollen sich auch die Menschen begegnen. Hierbei spielt insbesondere die Würde des Menschen eine zentrale Rolle. Die Würde anderer, aber auch die eigene, ist grundlegend für eine Begegnung auf Augenhöhe.“

Die Würde des Menschen ist „unantouchbar“

Alexander Thiel (21 Jahre) aus Offenbach

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Dieser Artikel des Grundgesetzes ist jedem geläufig, doch vielleicht auch schon veraltet. Durch die stetig voranschreitende Digitalisierung, innerhalb der letzten zwanzig Jahre, sank die Hemmschwelle zur Verletzung der Privatsphäre anderer immens. Cybermobbing ist Alltag. Und im Gegensatz zu wörtlicher oder körperlicher Verletzung anderer, hat unsere Gesellschaft eine wesentlich größere Akzeptanz bei digitaler Diffamierung.“

Kategorie "Newcomer"

Girls just want to have fundamental rights

Destina Atasayar (17 Jahre) aus Frankfurt am Main

„Religions-, Meinungs-, Chanen-, Berufs- und Gewissensfreiheit, … Diese für uns selbstverständlichen Artikel aus dem Grundgesetz gelten für viele andere Mädchen nicht. Sie wollen wie jede/r andere Spaß und die Freiheiten haben, statt durch das Patriarchat eingeschränkt zu sein.

Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau soll nicht mehr bloß eine Theorie sein; und so viele Fortschritte man auch in diesem Gebiet gemacht hat – es heißt noch lange nicht, dass dieser Kampf vorbei ist.“

Zwei Welten

Marla Nuñez Junker (17 Jahre) aus Offenbach

„Auf meinem Bild sind zwei Welten zu sehen. Die linke Welt ist die ungerechte Welt. Viele Menschen auf der Welt haben keine Rechte und werden von der Gesellschaft ausgeschlossen. Die rechte Seite zeigt das Leben, das ich mir wünschen würde. Hier respektiert und akzeptiert man sich, egal ob Mensch oder Tier. Religionen können frei ausgelebt werden, ohne Verfolgung befürchten zu müssen.“

Schiffe versenken

Johanna Hoffmann (22 Jahre)

„Die Einwanderungspolitik der EU ist selektiv: politisch-verfolgten Flüchtlingen wird unter verschiedenen Umständen Asyl gewährt, Wirtschaftsflüchtlingen nicht.

Menschen flüchten nicht ohne Grund. Die Menschen, die in den EU Mitgliedstaaten ankommen, sind Überlebende. In Europa werden sie illegalisiert und kriminalisiert.

Nach dem 2. Weltkrieg war das uneingeschränkte Recht auf Asyl ein unerlässliches und zweifellos wichtiges Recht der Menschen, die nach Deutschland kommen wollten.“

Frei und gleich an Würde und Rechten

Daniel Epple (17 Jahre) aus Stuttgart

„Das Plakat stellt die Erde hinter einem Paragraphen in den Weiten des Weltalls dar. Die Welt ist sozusagen hinter den Gesetzen verschlossen und in Sicherheit. Nur leider ist es in der Realität nicht so, es sollten Menschenrechtsgesetze für die komplette Welt gelten, damit niemand vernachlässigt wird und dabei deren Würde beachtet wird.“

Wir sind alle aus dem gleichen Strang

Jennifer Wenzl (17 Jahre) aus Sindelfingen

„Um zu beantworten, wie man sich eine bessere Zukunft vorstellt, sollte man erst einmal betrachten, wie wir heute leben und mit unseren Mitmenschen umgehen. Trotz der Rechte, die jeder hat, gibt es auch heute noch Rassismus und Ausschluss benachteiligter Menschen. Meistens denken wir gar nicht darüber nach, wenn wir jemanden beleidigen oder ausschließen. Wir handeln im Unterbewusstsein, dies variiert von Generation zu Generation.

Um eine bessere Zukunft zu haben, dürfen wir keine Unterschiede zwischen Menschen machen.“

Kategorie "Nachwuchs"

Menschenrechte

Marieke Meinhard, Lotta Lepczypski und Leonie Puschmann (13-14 Jahre) aus Krefeld

„Das Bild zeigt eine Einheit von Menschen, die alle aus verschiedenen Regionen kommen. Mit dem Plakat wollen wir ausdrücken, dass alle Menschen unterschiedlich sind, trotzdem aber zusammen gehören. Die Schatten im Hintergrund drücken die Menschenvielfalt aus.“

Verantwortung gegenüber anderen

Sina Löhnert (15 Jahre) aus Linden

„Ich finde es wichtig, dass Menschen, die vollkommen gesund sind, sich um Menschen kümmern, die es nicht mehr sind, weil sie vielleicht blind oder taub sind oder nicht mehr laufen können. Auch sollte man sich um die Menschen kümmern, die auf der Straße sind und nichts mehr haben. Sie haben ein Recht drauf, dass sich jemand um sie kümmert und die Verantwortung für sie übernimmt.“

Friedensnobelpreis für die EU

Kim Stefanie Schneider (15 Jahre) aus Schenkelberg

„Das Bild zeigt, wie widersprüchlich es ist, der Europäischen Union einen Friedensnobelpreis zu verleihen, während im Mittelmeer bereits mehrere Flüchtlingsschiffe versunken sind und immer noch, scheinbar täglich, versinken. Es verstößt gegen alle Menschenrechte, unschuldige, arme Kriegsflüchtlinge ertrinken zu lassen und sämtliche Hilfsprogramme zu kürzen und finanziell einzuschränken, obwohl relativ wohlhabende Länder wie Deutschland durchaus in der Lage wären, diese zu unterstützen.“

Preise

Profis // 20-25 Jahre

Fahrt nach Brüssel, Übernachtung und Besuch des Europäischen Parlaments

Newcomer // 16-19 Jahre

Fahrt nach Amsterdam, Übernachtung und Besuch des Theaterstücks „Anne“

Nachwuchs // 13-15 Jahre 

Anreise und Besuch des Freizeitparks Phantasialand

Sonderpreis

MacBook Pro

Die besten Plakate werden in der Bildungsstätte Anne Frank präsentiert - und in einem Katalog abgedruckt.

Die Jury

Die Entscheidung trifft eine unabhängige Fachjury.

Alexander Graf Lambsdorff (Brüssel/Bonn),Vize-Präsident des Europäischen Parlaments
Noah Sow (Hamburg), Künstlerin, Autorin u.v.m.
Kamyar & Dzeko (Fulda), Rapper
Silke Wagner (Frankfurt a. M.), Künstlerin
Hans Sarpei (Köln), Ex-Profi-Fußballspieler
Peter Rutkowski (Frankfurt), Redakteur „Frankfurter Rundschau“
Nicole Broder (Frankfurt), Bildungsstätte Anne Frank
Philipp Mohr (Frankfurt), William Blair & Company

In Erinnerung an Buddy Elias, Schauspieler und Cousin von Anne Frank, der am 16. März 2015 im Alter von 89 Jahren gestorben ist.