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7. Blickwinkel-Tagung 2016

Kommunikation: Latenzen – Projektionen – Handlungsfelder

Die Ablehnung des Antisemitismus ist Staatsraison der Bundesrepublik Deutschland. Auch deshalb werden antisemitische Ressentiments und Vorurteile selten offen geäußert. Das heißt allerdings nicht, dass der Antisemitismus überwunden ist – weder in medialen, politischen und pädagogischen noch in privaten Diskursen. Vielmehr artikuliert sich Antisemitismus heute häufig in einer Form, die in der Forschung mit dem Konzept der „Kommunikationslatenz“ beschrieben wird. „Gerüchte über Juden“ erscheinen als vorhandene, aber sozial unerwünschte Einstellungen und Meinungen, die in der Gesellschaft kommuniziert werden.

Dabei wird die Kommunikation im Netz, in Internetforen und im Social Web immer wichtiger. Im Jahr 2014 war laut jugendschutz.net vor dem Hintergrund der gewaltsamen Auseinandersetzungen im Nahen Osten eine Zunahme antisemitischer Posts in Sozialen Netzwerken festzustellen. Die Neuen Medien fordern von der Bildungsarbeit gegen Antisemitismus Strategien: Die Kommunikation erfolgt schneller und häufig anonym, der Ton ist oft besonders aggressiv, verletzend und manchmal sogar bedrohlich.

Vor diesem Hintergrund möchten wir den Austausch von Wissenschaft und Praxis aktiv fördern: Wie äußert sich Antisemitismus in der Alltagskommunikation, in der Gesellschaft und in der Bildung? Wie können Wissenschaftler*innen und Pädagog*innen mit Kommunikationslatenz umgehen? Wie hat sich die Artikulation antisemitischer Stereotype und Weltbilder im digitalen Zeitalter verändert – und was kann man dagegen tun?

Die siebte Blickwinkel-Tagung widmet sich der Frage, wie Antisemitismus heute kommuniziert wird und setzt sich dabei auch mit dem Potential der „alten“ und „neuen“ Medien in der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit auseinander.

Wir laden Wissenschaftler*innen, Pädagog*innen, Akteure aus Stadtteilarbeit, Mediation und Beratung sowie Bildungsverantwortliche herzlich ein.