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Blickwinkel 2019

Die Rückseite der Nation - Nationalismus und Antisemitismus

Im Jahr 2010 hat die Sarrazin-Debatte eine Wende eingeleitet. Schien der "Nationalstolz" während der Fußballweltmeisterschaf t2006 noch positiv besetzt, so zeigte er seitdem wieder sein wahres Gesicht. Das Eigene und das Fremde kamen wieder stärker zum Tragen. Der positiv konnotierte Patriotismus schlug an vielen Stellen um in aggressiven Nationalismus, dem nicht nur Rassismus,sondern auch Antisemitismus immanent ist. Jüdinnen und Juden passen nicht in die Logik des Nationalismus. Siegelten als die »Dritten der Nation«, als außerhalb der binären Weltsicht vom Eigenem und dem Fremden stehend.Sie verkörpern Ambivalenzen, Konflikte und Widersprüche und damit scheinbar alles, was die nationale Einheit gefährden könnte. Ethnischer Nationalismus durch Rückbesinnung auf nationale Mythen und die Entwertung anderer Nationalitäten, ethnischer Gruppen und gesellschaftlicher Minderheiten findet sich in allen Teile der Gesellschaft, auch bei jenen, die aus aller Welt kommend in Deutschland zu Hause sind.

Die BLICKWINKEL-Tagung will deshalb 2019, unter dem Titel "Die Rückseite der Nation" sowohl den "autochthonen" deutschen als auch den ethnischen Nationalismus von "Migrant*innen" vor der Folie eines antisemitismuskritischen Ansatzes reflektieren. Wir fragen, was nationales Bewusstsein heute mit antijüdischen Ressentiment szu tun hat? Was das Problematische am Nationalismus ist  und ob Unterschiede zum Patriotismus bestehen? Kann Nationalismus ohne die Ausgrenzung von Minderheiten funktionieren? Welche pädagogischen Konzepte eignen sich zum Umgang mit Nationalismus?

MONTAG, 17. & DIENSTAG, 18. JUNI 2019 
GLS Campus Berlin

Anmeldeschluss ist der 17. Mai!

Die Tagungsreihe Blickwinkel

Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft


Antisemitismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit – Migrationsgesellschaft, Konkurrenzen, Bildungsstrategien: Diese Stichworte prägen zunehmend die gesellschaftliche, wissenschaftliche und pädagogische Auseinandersetzung mit Vorurteilen und mit ausgrenzenden Denk- sowie Deutungsmustern. Vielfach schwankt die Diskussion zwischen Eifer und Orientierungslosigkeit, zwischen eindeutigen Positionen und Differenziertheit.

Die Blickwinkel-Reihe beleuchtet seit 2011 aktuelle Analysen, diskutiert innovative Bildungsansätze und setzt diskurskritische Akzente. Dazu ermöglichen die Veranstalter*innen einen verstetigten Austausch und Vernetzung für Wissenschaft und pädagogische Praxis. 

Rückschau: Blickwinkel 2018

Rückschau: Blickwinkel 2017

Rückschau: Blickwinkel 2011 bis 2013

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