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Digitaler Anne Frank Tag 2020

„Es beklemmt mich doch mehr, als ich sagen kann …“

Anne Frank, 28. September 1942

 

Online-Programm für den 15./16. Juni

Seit 2017 bringt der Anne Frank-Tag jährlich im Juni Menschen in Frankfurt zusammen. In den vergangenen drei Jahren haben wir uns bei Gesprächen und Diskussionen, bei Poetry-Slams und Theater-Aufführungen mit der Geschichte Anne Franks und ihren vielfältigen Bezügen zur Gegenwart beschäftigt. Im vergangenen Jahr wurde vor großem Publikum in der Paulskirche der wohl bekanntesten Frankfurterin gedacht.

In diesem Jahr wird vieles anders sein: Das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie betreffen uns alle und machen Veranstaltungen in gewohnter Form unmöglich. Aber der Anne Frank-Tag 2020 wird trotzdem stattfinden: Als erster digitaler Anne Frank-Tag!

Bei zahlreichen Veranstaltungen möchten wir im Netz zusammenkommen und uns mit Ihnen gemeinsam online mit alter und neuer Judenfeindschaft auseinandersetzen – unter dem Motto "Es beklemmt mich doch mehr, als ich sagen kann …". Diesen Satz schrieb Anne Frank in ihr Tagebuch, wenige Monate nachdem sie mit ihrer Familie vor dem Judenhass der Nationalsozialisten in das Amsterdamer Hinterhaus-Versteck geflohen war. Die damals 13-Jährige musste mit ihrer Familie und Bekannten auf engstem Raum leben– in permanenter Angst entdeckt zu werden. 1944 verraten, starb Anne Frank vor 75 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen.

Heute ist die Situation für viele Jüdinnen und Juden in Deutschland und Europa wieder beklemmend. Lange vor dem rechtsextremen Terroranschlag auf eine Synagoge in Halle im Oktober 2019 haben jüdische Organisationen auf ein Erstarken von Antisemitismus hingewiesen.

Gemeinsam möchten wir auch in Zeiten der Corona-Krise darüber nachdenken, was wir für ein gutes Zusammenleben ohne Antisemitismus oder andere Formen der Diskriminierung tun können.

Sylvia Weber, Dezernentin für Integration und Bildung

Dr. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank 

Montag, 15. Juni

Alle Veranstaltungen finden online statt.

Anne Frank über Judenfeindschaft

Webinar für Schulklassen, 10 Uhr

Das Tagebuch der Anne Frank wird von unzähligen Jugendlichen überall auf der Welt gelesen. Es ist ein Zeugnis der Verfolgung, Widerstand und den Gefahren von Antisemitismus während der NS-Zeit/Holocaust. Anne gibt uns einen Einblick darüber, wie sich die Feindschaft gegen Juden auf sie auswirkt. Welche Fragen stellt sie sich und wie sind diese relevant für unsere Gegenwart? In diesem Webinar werden wir darüber reflektieren, welche Bedeutung Anne Frank heute für uns hat und wie uns die Beschäftigung mit Anne Frank heute gegen Antisemitismus hilft.

2-stündige Einführung in das Thema Anne Frank und Antisemitismus; Angebot für
Jugendliche und Schulklassen. 

Veranstalter: Bildungsstätte Anne Frank

Anmeldung: OFassing@bs-anne-frank.de

Heidi in Frankfurt - Ein Integrationstheater

Theater, 12 Uhr

Ist das mein Verein? Junge Menschen mit unterschiedlichen Weltanschauungen, Zugehörigkeitsgefühlen und Orientierungen bewegen sich chorisch zwischen Heimatgefühlen, kulturellen Identitäten und den Fallstricken der Integration. Wo hört Heimat auf und fängt Nationalismus an? Was ist Identität und was identitär?

Das junge Schauspiel-Ensemble performt live Szenen in der Bildungsstätte und stellt dabei thematische Bezüge zur Ausstellung "Morgen mehr" her. Ergänzt wird die Performance durch Ausschnitte aus einer Aufzeichnung in den Kammerspielen. Im Anschluss sprechen die Jugendlichen im Stream zu den inhaltlichen Fragen des Stückes mit dem Publikum.

Im Anschluss an den Live-Stream: Exklusives Gespräch für Schulklassen mit den Protagonist*innen, Martina Droste (Leiterin des Jungen Schauspiel Frankfurt) und Saba-Nur Cheema (Leitung Pädagogik, Bildungsstätte Anne Frank).

Online verfügbar auf dem Youtube-Kanal der Bildungsstätte Anne Frank.

Veranstalter: Junges Schauspiel Frankfurt

Anmeldung für das Gespräch: OFassing@bs-anne-frank.de

Verschwörungsmythen und Antisemitismus

Podium, 16 Uhr

Gespräch mit Prof. Michael Butter (Literatur- und Kulturwissenschaftler, Universität Tübingen), Veronika Kracher (Soziologin und Journalistin) und Tom Uhlig (Psychologie, Bildungsstätte Anne Frank). Moderation: Anne Baier (Hessischer Rundfunk). 

Der Corona-Virus nichts weiter als ein Hoax? Die Corona-Maßnahmen ein von dunklen Mächten geplanter Schritt in die globale Diktatur? Die Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie werden weltweit gelockert, die Verschwörungsmythen nehmen zu. Mit ihrer Tendenz zu einfachen Erklärungen und Schuldzuweisungen knüpfen sie an antisemitische Weltbilder an. Neben offen judenfeindlichen Äußerungen auf den sogenannten Hygienedemos und systematischen Verunglimpfungen von Bill Gates, dienen die derzeitigen Proteste auch der politischen Mobilisierung. Dabei kommt es immer wieder zu geschichtsrevisionistischen Äußerungen, etwa indem sich Impfgegner*innen mit angesteckten „Judensternen“ als Opfer systematischer Verfolgung stilisieren. Die Gesprächsveranstaltung geht diesem Zusammenhang von Verschwörungsdenken, Antisemitismus und rechten Mobilisierungsstrategien nach – und thematisiert, was man all dem entgegensetzen kann.  

Online verfügbar auf dem Youtube-Kanal der Bildungsstätte Anne Frank.

Veranstalter: Bildungsstätte Anne Frank und Jüdisches Museum

Ehrung von Anne Frank

Videobotschaften und Podium, 18:15 Uhr

Mit Hannah Pick-Goslar (Holocaust-Überlebende und Freundin von Anne Frank), Uwe Becker (Beauftragter für Antisemitismus der Hessischen Landesregierung), Oberbürgermeister Peter Feldmann (angefragt), Prof. Dr. Mirjam Wenzel (Direktorin des Jüdischen Museum Frankfurt), Dr. Meron Mendel (Direktor Bildungsstätte Anne Frank), Michael Siebold (Rechtsanwalt). Moderation: Dr. Stefan Söhngen (Vorsitzender Montagsgesellschaft e.V.).

Anlässlich des Anne Frank Tages würdigt die Montagsgesellschaft in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt und der Kanzlei ARNECKE SIBETH DABELSTEIN – die in Frankfurt geborene und bis 1933 hier aufgewachsene Anne Frank.

Online verfügbar auf dem Youtube-Kanal der Montagsgesellschaft.

Veranstalter: Montagsgesellschaft e.V.

Sascha Lobo über Judenhass im Netz

Vortrag und Podium, 19.30 Uhr

Mit Sascha Lobo (Autor und Digitalexperte), Justus von Daniels (Chefredakteur Correctiv) und Ingrid Brodnig (Journalistin und Autorin). Moderation: Karolin Schwarz (Journalistin und Faktencheckerin).

Verschwörungstheorien, Hate Speech, Morddrohungen: Antisemitismus und Rassismus vergiften die Debattenkultur im Internet und führen zu realer Gewalt. Der Attentäter von Halle etwa inszenierte seine Hasstat wie ein Videospiel und übertrug sie per Live-Stream ins Internet, wo er in Gaming-Foren seine antisemitischen und rassistischen Motive offenlegte. Am Anne Frank-Tag wird Autor Sascha Lobo in einem Vortrag über "Judenhass im Netz" sprechen. Anschließend diskutieren er und weitere Digitalexpert*innen darüber, was sich Hass und rechter Radikalisierung im Netz entgegensetzen lässt.

Online verfügbar auf dem Youtube-Kanal der Bildungsstätte Anne Frank.

Veranstalter: Bildungsstätte Anne Frank, Jüdische Gemeinde Frankfurt, DGB Rhein-Main, Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach

Dienstag, 16. Juni 2020

Alle Veranstaltungen finden online statt.

Anne Frank über Judenfeindschaft

Webinar für Schulklassen, 14 Uhr

Das Tagebuch der Anne Frank wird von unzähligen Jugendlichen überall auf der Welt gelesen. Es ist ein Zeugnis der Verfolgung, Widerstand und den Gefahren von Antisemitismus während der NS-Zeit/Holocaust. Anne gibt uns einen Einblick darüber, wie sich die Feindschaft gegen Juden auf sie auswirkt. Welche Fragen stellt sie sich und wie sind diese relevant für unsere Gegenwart? In diesem Webinar werden wir darüber reflektieren, welche Bedeutung Anne Frank heute für uns hat und wie uns die Beschäftigung mit Anne Frank heute gegen Antisemitismus hilft.

2-stündige Einführung in das Thema Anne Frank und Antisemitismus; Angebot für  Jugendliche und Schulklassen. 

Veranstalter: Bildungsstätte Anne Frank

Anmeldung: OFassing@bs-anne-frank.de

"Vergessene Opfer" – NS-"Euthanasie"-Opfer im Kalmenhof

Vortrag und Gespräch, 15 Uhr

NS-"Euthanasie"-Opfer gelten als "vergessene Opfer". Am Beispiel der Geschichte des Kalmenhofs - heute eine sozialpädagogische Einrichtung der Jugend- und Behindertenhilfe - lässt sich erörtern, ob das ein zutreffender Ausdruck ist.

Der Kulturwissenschaftler Christoph Schneider spricht darüber, wie der Ermordung von etwa 700 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderungen im Kalmenhof erinnert wird. Der Tatort - das dortige Krankenhaus - sollte 2016 verkauft werden. In Folge des Konflikts wurden Forschungen vorangetrieben, die nun belegen, dass viele Opfer außerhalb der 1987 als "Kalmenhof-Friedhof" gekennzeichneten Fläche liegen. Sowohl für die Stadt Idstein wie für den Träger der Einrichtung wirft dies viele Fragen auf.

Im anschließenden Gespräch mit Dr. Uta George, AmkA, wird erörtert, wie sich die Thematik NS-"Euthanasie"-Morde im Geschichtsunterricht bearbeiten lässt. Welche Anknüpfungen bietet die Erinnerungsgeschichte für ein interkulturelles Geschichtslernen an?

Gespräch: Christoph Schneider (Kulturwissenschaftler) mit Dr. Uta George (Abteilungsleiterin Amt für multikulturelle Angelegenheiten).

Online verfügbar auf dem Youtube-Kanal der Bildungsstätte Anne Frank.

Veranstalter: Amt für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt

Warum das Tagebuch der Anne Frank?

Gespräch, 17 Uhr

Mit Sophie Schmidt (Bildungsreferentin) und Franziska Krah (Leiterin des Familie Frank Zentrum)

Vor 75 Jahren wurde das Vernichtungs- und Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Unter den Befreiten war auch Otto Frank, Vater der berühmten Tagebuch-Schreiberin Anne Frank. Anlässlich des diesjährigen Anne Frank Tages möchten wir uns damit beschäftigen, was das Jahr 1945 für Otto Frank als einzigen Überlebenden seiner Kleinfamilie bedeutete und wie er mit dem Tagebuch seiner Tochter Anne umging. Wir lesen aus originalen Briefen der Zeit und besuchen Orte des Gedenkens und der Erinnerung an eine Familie aus Frankfurt.

Online verfügbar auf dem Facebook- und YouTube-Kanal des Jüdischen Museums Frankfurt.

Veranstalter: Jüdisches Museum Frankfurt

"Elemente des Antisemitismus" – Die Frankfurter Schule und der Judenhass

Podium, 19 Uhr

Podiumsdiskussion mit Sabena Donath (Leiterin der Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden), Prof. Dr. Dr. Friedmann (Publizist, Philosoph und geschäftsführender Direktor des Center for Applied European Studies (CAES) an der Frankfurt University of Applied Sciences), Dr. Ina Hartwig (Dezernentin für Kultur und Wissenschaft) und Prof. Dr. Lars Rensmann (Professor of European Politics and Society, University of Groningen). Moderation: Dr. Meron Mendel (Direktor der Bildungsstätte Anne Frank).

Unter dem Titel "Elemente des Antisemitismus" widmeten sich Max Horkheimer und Theodor Wiesengrund Adorno im Rahmen ihrer "Dialektik der Aufklärung" dem Thema Judenhass. Der Text ist als Perspektive der Frankfurter Schule bis heute ein wichtiger Ausgangspunkt für die Antisemitismusforschung. Die Podiumsdiskussion nimmt ihn als Anstoß, um vor dem Hintergrund des wieder erstarkenden Antisemitismus nach der Aktualität der in den 1940er Jahren erstmals veröffentlichten Studie zu fragen.

Online verfügbar auf dem Youtube-Kanal der Bildungsstätte Anne Frank.

Veranstalter: Kulturdezernat der Stadt Frankfurt