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Hart an der Grenze - Grenzen einreißen oder Grenzen ziehen? - Plakatwettbewerb 2020

"Liebe Kitty! Die Sonne scheint, der Himmel ist tiefblau, es weht ein herrlicher Wind, und ich sehne mich so, sehne mich so nach allem ... Nach Reden, nach Freiheit, nach Freunden, nach Alleinsein."

Anne Frank Tagebuch, 12. Februar 1944

Grenzen setzen, Grenzen einreißen, das war das Thema des diesjährigen Kunstwettbewerbs der Bildungsstätte Anne Frank. Seien es die gesellschaftlichen und nationalen Grenzen, mit den damit verbundenen Fragen der Migration und der Ausgrenzung, seien es die persönlichen Grenzen der Meinungsfreieheit und der Privatsphäre. Der Jahrestag des Mauerfalls hat gezeigt, wie unterschiedlich Grenzen bewertet werden: Wo gestern noch der Fall von Grenzen bejubelt wurde, können morgen ebenso schnell neue Grenzen errichtet werden - nach außen und nach innen.

Zu all diesen Themen waren junge Menschen aufgerufen, mit einem beeindruckenden Plakatmotiv die hochkarätig besetzte Jury zu überzeugen.

Es haben uns auch dieses jahr wieder über 400 Einsendungen erreicht. Manche der Plakate befassten sich mit nationalen Grenzen und Abschottung, andere wählten einen ganz persönlichen Zugang zum Thema und verarbeiteten etwa ihre Gedanken zu Depressionen künstlerich. Ein weiteres, oft behandeltes Thema ist Sexismus, mit dem sich vor allem Frauen und Mädchen auseinandergesetzt haben.

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte in diesem Jahr leider keine Preisverleihung im herkömmlichen Sinne stattfinden. Alle Gewinner*innen wurden daher auf unseren Social-Media-Kanälen am 11. Juni online prämiert und ihre Kunstwerke vom 10. Juni bis zum 15. Juni im Foyer des Museum Angewandte Kunst ausgestellt.

Gewinner*innen des Kunstwettbewerbes 2020

Hauptgewinn: Nele Aschoff

Mit ihrem Plakat zur EU-Grenzpolitik ist Nele Aschoff (18) Gewinnerin des diesjährigen Plakatwettbewerbs der Bildungsstätte Anne Frank. Sie möchte zeigen, „wie weit Ignoranz bzw. Akzeptanz von menschenunwürdigen Verhältnissen geht”, und ein Bewusstsein dafür schaffen, „dass hinter jeder Zahl ein Mensch steckt und hinter jedem einzelnen dieser Menschen ein Leben”.

 

 

Bis 14 Jahre - 1. Platz: Madeleine Wallace

Gewinnerin in der Kategorie „bis 14 Jahre” ist Madeleine Wallace (14). Beeindruckt von persönlichen Erlebnissen auf einer feministischen Demo stellt sich die Künstlerin selbst dar, wie sie über Grenzen zwischen Menschen, über Sexismus und Rassismus nachdenkt: „Ganz in der Mitte des Plakates bin ich zu erkennen. Ich sitze da und überlege. Viel mehr tu ich nicht: Ich denke einfach nach.”

Bis 14 Jahre – 2. Platz: Elisa Rabe und Maya Marie Wenzel

Bis 14 Jahre – 3. Platz: Mathea Köster

15 bis 19 Jahre – 1. Platz: Abdullah Ghaznawi

Mit dem Plakat “Grenzen des Genders” will Abdullah Ghaznawi (16) auf die unsinnigen Vorstellungen von Geschlechterrollen in unserer Gesellschaft hinweisen: „Ein Mann ist in der Realität genauso sinnlich eingestellt, gefühlsvoll und liebesbedürftig, wie eine Frau autonom, hart und stark sein kann. Die Gesellschaft hindert uns aber mit Begriffen, wie der ‘Maskulinität’, diese Seiten öffentlich auszuleben. Die Angst von vielen Männern und Frauen ist es, sonst als ‘anders’ zu gelten.” Der Entwurf überzeugte die Jury in der Kategorie „15 bis 19 Jahre”.

15 bis 19 Jahre – 2. Platz: Til Heine

15 bis 19 Jahre – 3. Platz: Lisa Ünsever

Ab 20 Jahre – 1. Platz: Maximilian Glaser

Angststörungen und deren Stigmatisierung in der Gesellschaft ist das Thema der Plakatserie von Maximilian Glaser (24), der Siegerentwurf in der Kategorie „ab 20 Jahre”. Abgebildet sind Dosentelefone, „bei denen auf der einen Seite die eigentlichen Bedürfnisse und Ängste eines Subjekts geäußert werden, jedoch auf der anderen Seite das Gegenüber als völlig gegensätzliche Aussagen erreichen”, so Glaser. Noch immer werden „psychische Erkrankungen nicht gleichwertig mit rein physischen Erkrankungen wahrgenommen und beurteilt”.

Ab 20 Jahre – 2. Platz: Finja F. und Petrick O.

Ab 20 Jahre – 3. Platz: Klaus Kaufmann

Publikumspreis: Emma Helmdach (20)

In diesem jahr riefen wir über unsere Social-Media-Kanäle unsere Follower auf, ihren Publikumspreis zu wählen. Zur Auswahl standen die Plakate, die knapp an den Podiumsplätzen vorbeigeschrammt sind. Mit großem Vorsprung wurde dabei Emma Helmdachs Plakat gewählt.

 

 

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