Startseite > Ausstellungen > Zwischenstationen: Displaced Persons nach 1945

Vernissage: 10 September 2014 / 18.30h

Lesung aus Akten des Kindersuchdienstes

Musikalischer Rahmen: Daniel Kempin.

Zum vollständigen Programm der Vernissage

Begleitprogramm

Bildungsstätte Anne Frank

 

Donnerstag 6.11.2014 | 19.30 Uhr

"Möge es die Welt wissen" - Frühe Publikationen aus DP-Camps

Eldad Stobezki (Übersetzer und Literaturvermittler, Frankfurt am Main) und Dr. Susanne Urban (ITS)

Donnerstag 13.11.2014 | 13.00 - 16.30 Uhr

Transiträume, Identitäten und Neuanfänge: DPs als Thema in der Bildung

Eine Fortbildung des Pädagogischen Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt mit dem International Tracing Service (ITS) in der Bildungsstätte Anne Frank. Weitere Informationen unter: www.pz-ffm.de

Donnerstag 20.11.2014 | 19.30 Uhr

Nach Hause? Zwangsrepatriierungen durch die Sowjetunion

Dr. Ulrike Goeken-Haidl (Historikerin, Nürnberg)

Donnerstag 4.12.2014 | 19.30 Uhr

Einblicke: Forschungen zum DP Camp Zeilsheim und DPs in der Waldschmidtstraße

Michal Grünwald (Jüdisches Museum Frankfurt am Main)

Donnerstag 22.01.2015 | 19.30 Uhr

Displaced - Replaced oder: wo sind welche Wurzeln?

Gesprächsrunde mit Kindern ehemaliger Displaced Persons
Moderation: Dr. Meron Mendel (Bildungsstätte Anne Frank)

 

Filmvorführung im Deutschen Filmmuseum


Donnerstag 13.11.2014 | 18.00 Uhr

LANG IST DER WEG
Deutschland 1948

ZUM FLYER

11. September 2014 bis 22. Januar 2015

Mit der Ausstellung „Wohin sollten wir nach der Befreiung?“ lenkt der International Tracing Service (ITS) den Blick auf das Schicksal Überlebender der NS-Verfolgung, des Holocaust und der Zwangsarbeit, die von den Alliierten „Displaced Persons“ (DPs) genannt wurden.

Nach der Befreiung mussten sie zunächst im Land der Täter von den Alliierten versorgt, aber auch verwaltet werden – und dazu brauchten sie eine ganz besondere Administration. Mehr als zehn Millionen DPs befanden sich nach 1945 in Europa. Die eigens eingerichteten DP-Camps wurden für sie zu „Zwischenstationen“.

In den DP-Camps standen die Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen und der Fürsorgeeinrichtungen der Alliierten vor vielschichtigen Herausforderungen: Zunächst benötigten die Menschen vor allem Nahrung, Obdach und Kleidung, außerdem medizinische Hilfe. Später ging es um die „Rückführung“ der DPs in ihre Herkunftsländer und die Unterstützung von mehr als drei Millionen DPs bei der Emigration. Dabei galt es auch zu unterscheiden, wer zum Beispiel als ehemaliger Kollaborateur mit dem NS-Regime versuchen wollte, die Hilfsstrukturen für seine Zwecke zu missbrauchen.

Die Überlebenden selbst rangen darum, das Erlittene zu bewältigen und sich zugleich auf dieZukunft zu orientieren. In den DP-Camps etablierten sie diverse Strukturen, die auch den außerordentlichen Lebenswillen der Menschen dokumentieren: von der Selbstverwaltung über politische Parteien, Presse, Theater, Schulen, Kindergärten bis hin zu historischen Kommissionen, die sich mit der Aufarbeitung der Vergangenheit befassten. 

Die Ausstellung „Wohin sollten wir nach der Befreiung?“, die aus Mitteln der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) gefördert und von einem internationalen Expertengremium wissenschaftlich begleitet wurde, widmet sich in zahlreichen Stationen verschiedensten Aspekten der DP-Geschichte: Sie präsentiert einzelne Biografien und Lebenswege genauso wie die Strategien, welche die Alliierten damals verfolgten. Die Ausstellung ergänzt, bündelt und begleitet die Forschung, die sich bisher vor allem auf einzelne Camps oder einzelne Gruppen Überlebender konzentriert hat.

Parallel zur Ausstellung geht ein DP-Camp-Verzeichnis des ITS online, das alle bisherbekannten DP-Camps und Free Living Groups von DPs in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands erfasst. Neben Informationen zur genauen Lage enthält esunter anderem Angaben zur Verwaltung, der Dauer des Bestehens und zu den Nationalitäten der Bewohner. Sowohl die Ausstellung als auch das DP-Camp-Verzeichnisbasieren in weiten Teilen auf Dokumenten, die im Archiv des ITS über die individuellen Schicksale und die humanitäre Arbeit der Alliierten lagern.

Weitere Informationen: www.its-arolsen.org

 

Öffnungszeiten 

Dienstag bis Freitag 
10 bis 17 Uhr
Sonntags 
12 bis 18 Uhr

 

Aktuelle Veranstaltung im Begleitprogramm:


Donnerstag, 22. Januar 2015 um 19.30 Uhr

Displaced - Replaced oder: Wo sind welche Wurzeln?

Gesprächsrunde mit Kindern ehemaliger Displaced Persons

Entwurzelung und Neuanfang - Die Eltern überlebten den Holocaust und wurden im Nachkriegsdeutschland zu Displaced Persons (DPs): Wie wirkten und wirken sich diese Erfahrungen und Auswirkungen der NS-Verfolgung auf die zweite Generation aus?

Als Abschlussveranstaltung zu der Ausstellung "Wohin sollten wir nach der Befreiung?" hat der International Tracing Service (ITS) vier Nachfahren von jüdischen DPs eingeladen, um über ihre Familiengeschichten zu berichten. Moderiert von Dr. Meron Mendel, dem Leiter der Bildungsstätte Anne Frank, wird ausgehend von den individuellen Schicksalen besprochen, wie Entwurzelung und der Neuanfang auf den Trümmern der früheren Existenz das Leben der zweiten und auch dritten Generation bis heute prägen.

Eine prominente Teilnehmerin der Diskussionsrunde ist die in Paris lebende Autorin Gila Lustiger. Sie ist die Tochter von Arno Lustiger, Historiker und Publizist, der zunächst, bevor er sich in der Stadt Frankfurt niederließ, im DP-Camp Zeilsheim bei Frankfurt lebte. Eingeladen sind zudem Esther Alexander-Ihme, die 1955 in einem DP-Camp geboren wurde, Nathan Jagoda und Pava Raibstein. Die Gesprächsrunde beendet die DP-Ausstellung in der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main.

Der Eintritt ist frei.