Startseite > Projekte > Abgeschlossene Projekte

Omid* Gemeinsam grenzenlos

Omid* war ein Begegnungsprojekt zur Begleitung von jungen Geflüchteten an der IGS Eschersheim. Mit dem Projekt haben wir zum einen bereits angekommene jungen Menschen in ihrem Alltag unterstützt und zum anderen dazu beigetragen, dass sie Frankfurt als ihr neues Zuhause erleben.

Dabei kam den Frankfurter SchülerInnen eine besondere Rolle zu. Sie wurden zu Mentor*innen ausgebildet und konnten damit einen Beitrag zu einer aktuell wichtigen gesamtgesellschaftlichen Aufgabe übernehmen. Nach Abschluss einer entsprechenden Ausbildung lernten sie die Mentees, welche ebenfalls die IGS Eschersheim besuchten, kennen und begleiteten diese verhältnismäßig neuen Frankfurter Schüler*innen in ihrem (Schul-)Alltag.

Omid* Gemeinsam Grenzenlos bot Einblicke in bewegte Biographien, schuf gemeinsame Momente und Begegnungen auf Augenhöhe.

Menschen.Rechte.Aktiv. - Vernetzt für ein Miteinander ohne Rassismus und Diskriminierung

Rechtsextreme Gruppen melden in einer Gemeinde Demonstrationen an und werben mit Flugblättern um Jugendliche. Vor der Schule werden CDs mit Rechtsrock verteilt und in Schülerzeitungen erscheinen häufiger Artikel mit diskriminierenden Argumenten. Solche oder ähnliche Vorfälle mit rechtsextremen, rassistischem, antisemitischem oder menschenfeindlichem Hintergrund gehören in vielen Regionen Deutschlands zum Alltag – auch in Hessen. 

Das Projekt "Menschen.Rechte.Aktiv. Vernetzt für ein Miteinander ohne Rassismus und Diskriminierung" war ein präventives politisches Bildungsprojekt gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Diskriminierung. Die Ziele des Projektes waren, zivilgesellschaftliche Kräfte zu vernetzen, die sich gegen antidemokratische Strömungen zur Wehr setzen, und mit Jugendlichen zu Menschenrechten und zur Verletzung der Menschenrechte zu arbeiten.

Kern des Projektes war die interaktive Wanderausstellung „Mensch. Du hast Recht(e)! - Das Mobile Lernlabor“, die seit Februar 2014 zu sehen ist, sowie die daran anknüpfenden Workshops zu den Themen Rassismus, Diskriminierung und Menschenrechte.

Das Projekt wurde gefördert von Aktion Mensch.

Zivile Kräfte stärken – Educational Innovation Incubator

Israel und Palästina werden fast nur als Konfliktregion wahrgenommen. Bilder aus den Nachrichten dominieren unsere Vorstellung von Land und Menschen. Die innovativen Ansätze und Initiativen der Zivilgesellschaften vor Ort geraten dabei meist aus dem Blick.

Das Kooperationsprojekt der Bildungsstätte Anne Frank in Israel und Palästina zielte darauf ab, die zivilen Kräfte in den Regionen zu vernetzen und voneinander zu lernen.
Ob in Frankfurt, Ramallah, Nazareth oder Emek Izrael, zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich für eine Verbesserung der Lebenssituationen von Menschen engagieren, müssen sich Herausforderungen stellen und besondere Fähigkeiten entwickeln. Von einem Austausch solcher Kompetenzen können alle beteiligten Organisationen profitieren.
Im Projekt „Educational Innovation Incubator“ wurden „Train the Trainer“ Seminare organisiert, in denen Erfahrungen und Fertigkeiten weitergegeben und diskutiert wurden.
Im „Masar Institute for Education“ in Nazareth und der Organisation „SAWA“ in der Westbank haben wir Kooperationspartner gefunden, mit dem wir uns gemeinsam in einem kreativen und offenen Prozess vielfältigen Fragen stellen konnten:


Wie lassen sich gesellschaftliche Konflikte aushandeln? 
Wie werden Veränderungsprozesse auf den Weg gebracht? 
Wie stärken wir junge Menschen in unserer Umwelt? 
Wie können alternative Bildungskonzepte und innovative Projekte verstetigt werden?


„Wenn Menschen sich gemeinsam für etwas einsetzen, dann können sie die Gesellschaft und auch sich selbst positiv verändern“, davon war eine Sozialpädagogin aus Ramallah nach dem ersten intensiven Austausch mit KollegInnen aus Deutschland, Israel und Palästina überzeugter denn je.

Es gab Arbeitstreffen in Frankfurt am Main, Nazareth, Istanbul, Ein Bokek (am Toten Meer) und Ramallah, wo auch das letzte Seminar im November 2014 stattfand. Das Thema Menschenrechte und Mediation stand bei dem Besuch von MitarbeiterInnen der Bildungsstätte bei den PädagogInnen arabischer zivilgesellschaftlicher Organisationen aus Israel und der Westbank im Mittelpunkt. Neben der Vermittlung von Konfliktbearbeitungsmethoden und dem Ausprobieren praktischer Skills ging es auch um die  Diskussion miteinander und den persönlichen und inhaltlichen Austausch.

Im Oktober 2015 gab es eine Abschlusstagung in Frankfurt am Main mit den PartnerInnen aus der Region.

Postkoloniales Frankfurt, Laufzeit 2013 - 2014

Welche Ereignisse, Institutionen, Orte und Personen in Frankfurt verweisen auf koloniale Geschichte(n)? Welche Bedeutung haben diese für die Gegenwart? Wo und wie fanden/finden rassistische Gewalt und Ausgrenzung statt, wo und wie regte/regt sich Widerstand dagegen?

Diesen und weiteren Fragen widmete sich das Projekt "Postkoloniales Frankfurt: Stadtgeschichte(n) entdecken und vermitteln", in dem eine Gruppe junger Erwachsener gemeinsam mit dem pädagogischen Team der BS Projekttage mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen erarbeitet hat. Sie haben die Geschichte des (deutschen) Kolonialismus und seine Nachwirkungen in der Stadt Frankfurt bis in die heutige Zeit thematisieret.

Kolonialismus verstehen wir als eine von ungleichen Machtverhältnissen durchdrungene Beziehungsgeschichte zwischen Deutschland und ehemals kolonisierten Staaten, die alle Beteiligten nachhaltig verändert hat und die verschiedenen Gesellschaften auch gegenwärtig prägt. Solch eine Perspektive soll für die historische Gewordenheit heutiger sozialer Ungleichheits- und Diskriminierungsstrukturen sensibilisieren.

Die jungen Erwachsenen begaben sich auf lokale Spurensuche, eigneten sich Wissen an, brachten ihre eigenen Perspektiven ein und qualifizierten sich schließlich zu Teamer_innen für Projekttage. Die Projekttage wurden in der Schlussphase des Projektes mit Schulklassen und außerschulischen Jugendgruppen durchgeführt. 

Das Projekt wurde von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" gefördert.

Projektverantwortliche: Susanne Heyn

Zum Infoflyer

Zum Projektbericht


Menschenrechtsbildung in Alternativschulen, Laufzeit 2011 - 2013

Schule findet mitten in der Gesellschaft statt – mit all den Fragen, die eine durch Vielfalt geprägte Gegenwart an beide stellt. Im Rahmen des Projekts "Menschenrechtsbildung in Alternativschulen – ein Netzwerk für Lehrerinnen und Lehrer" hat ein bilaterales Team pädagogischer Expertinnen und Experten ein Konzept für den Dialog zwischen deutschen und arabisch-israelischen Lehrkräften zum Thema Menschenrechtsbildung erarbeitet, das im Anschluss von Lehrenden der Freien Schule Frankfurt und der Alternativschule am Masar Institute of Education in Nazareth in der Praxis erprobt wird.

Im Mittelpunkt steht dabei zum einen die kritische Auseinandersetzung sowohl mit der NS-Geschichte in Deutschland als auch mit der Förderung einer Inklusion der israelisch-arabischen Minderheit in Israel. Zum anderen geht es darum, deutsch-israelischen Netzwerken zwischen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in schulischer Bildung und Zivilgesellschaft eine gemeinsame Plattform zu geben. Wie beides auch für andere umsetzbar werden kann, beschreibt die 3-sprachige Publikation "Menschenrechte in Erziehung".

„Menschenrechtsbildung in Alternativschulen“ ist ein Projekt der Bildungsstätte Anne Frank in Kooperation mit dem Masar Institute of Education in Nazareth und der Freien Schule Frankfurt. Gefördert wurde das Projekt von der Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum. Von Juli 2011 bis Dezember 2013 entsteht zunächst ein Konzept für einen menschenrechtspädagogischen Ansatz, dem zwei bilaterale Workshops mit 25 Lehrenden beider Schulen folgen.

Ansprechpartner: Meron Mendel; Tel: 069 56 000 234


"Zusammen Leben - Einwanderung in Frankfurt", Laufzeit 2007 - 2010

Das Hauptziel des Projektes war die Entwicklung und Durchführung attraktiver pädagogischer Angebote für Jugendliche rund um die Gestaltung und Herausforderungen des "Zusammenlebens". Insgesamt konnten wir Projekttage sowie Projektwoche mit über 750 Teilnehmer/-innen (Jugendliche und Multiplikator/-innen) verwirklichen. Zentral waren für uns dabei folgende Ziele:

  • die Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Ungleichheit und Diskriminierung;
  • die Vermittlung von Kenntnissen über Mechanismen der Ausgrenzung und Stärkung von Widerstand (Empowerment von Jugendlichen);
  • die Stärkung gesellschaftlicher Partizipation;
  • das Erkennen der Bedeutung von Einwanderung für die Stadt Frankfurt;
  • die Auseinandersetzung mit Prinzipien der Menschenrechte;
  • die Prävention von demokratiefeindlichen Ansichten wie Rechtsextremismus, Antisemitismus, Antiislamismus etc.


Als Abschluss des Projektes fand im April 2010 eine Tagung unter dem Titel "Verwirklichen oder Vermitteln? - Möglichkeiten der Menschenrechtsbildung als Bestandteil einer Pädagogik gegen Rassismus und Diskriminierung in der Einwanderungsgesellschaft" statt. Hierbei hatten wir die Möglichkeit die gewonnenen Erkenntnisse, Fragen und Schwierigkeiten, dich sich im Rahmen des Projektes ergeben hatten, vorzustellen und zu diskutieren. Im Rahmen der 2-tägigen Tagung bestand für Praktiker_innen und Bildner_innen im Menschenrechtsbildungsbereich die Möglichkeit einen Einblick in den gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskurs zu den Tagungsthemen zu erlangen, Praxiserfahrungen in der pädagogischen Arbeit auszutauschen, konkrete Bildungskonzepte kennenzulernen und Konsequenzen für die Menschenrechtsbildung unter dem Stichwort "Verwirklichen UND Vermitteln!" zu konstatieren.
Ermöglicht haben dieses Projekt Aktion Mensch, die Gemeinnützige Hertie Stiftung, das Amt für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt am Main und das Historische Museum Frankfurt.


Frankfurt als Stadt der Einwanderer

Das Thema Einwanderung ist zurzeit in aller Munde. Oft wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um ein relativ neues Phänomen handelt. Das Projekt "Frankfurt. Stadt der Einwanderer" zeigte auf, dass es Einwanderung schon seit Gründung der Stadt gibt und ein wichtiger Bestandteil des Lebens in Frankfurt ist.

Vor dem Hintergrund der spezifischen Interessen und Probleme des schulischen Lernortes boten wir einen Kurs an, der drei Ziele verfolgte: 

  • Die historisch-politische Bildung als ein wichtiges Mittel gesellschaftlicher Integration zu stärken. 
  • Die große Bedeutung der Migration für die Entwicklung Frankfurts seit dem Beginn der Stadtgeschichte sichtbar zu machen. 
  • Die Attraktivität historischer und kultureller Einrichtungen als einen wichtigen Ort der Identitätsfindung an Schülerinnen und Schüler zu vermitteln.


Unser Team entwickelte Module, die mithilfe von jugendgerecht aufbereiteten historischem und biografischem Material die Familiengeschichte der Franks in Frankfurt sichtbar machten. Wesentliche gesellschaftliche und politische Veränderungen in den Bereichen Mobilität, Geschlecht, Status, Lebensumfeld und Religion wurden durch das Erleben der historischen Figuren illustriert. Damit woltlen wir zu unterschiedlichen Diskussionen anregen: Wie erhielt man eigentlich das Bürgerrecht? Wie konnten sich die Menschen integrieren? Was haben Menschen früher unternommen, um sich gegen Ausgrenzung zu wehren und wie haben sie das Zusammenleben in der Stadt mitgestaltet? Aus welchen Gründen verließ man sein Zuhause?


Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft entgegentreten

Seit Januar 2011 läuft das Projekt „Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft entgegentreten“, das durch die Herbert Quandt-Stiftung gefördert wird. Das Projekt richtet sich primär an Lehrer_innen und Multiplikator_innen.

In den letzten Jahren erhielten wir verstärkt Anfragen von Lehrer_innen, Jugend- und Sozialarbeiter_innen, die fachkundige Beratung und pädagogische Unterstützung im Umgang mit Antisemitismus suchen. Häufig wird von der alltäglichen Verwendung des heute gängigen Schimpfwortes „Du Jude“ bis hin zu unterschwelligen oder direkten antisemitischen Stereotypen und Verschwörungstheorien berichtet. Auch die im Fachdiskurs benannten sekundären Formen des Antisemitismus treten unterschwellig zum Vorschein. Den Anfragen der Pädagog_innen konnten wir bisher nur in geringem Umfang gerecht werden, da uns bisher die ausreichenden finanziellen Mittel fehlten. Das Projekt „Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft entgegentreten“ ermöglicht uns, kostenfreie Angebote zu machen und unsere Arbeit zu erweitern. Es soll Pädagog_innen über die spezifischen Merkmale des Antisemitismus informieren und Wege im Umgang mit antisemitischen Feindbildern aufzeigen, sowie methodische Anregungen zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus vermitteln.

Unsere Handreichung für Lehrer_innen und Multiplikator_innen können Sie hier herunterladen.


Menschenrechtsbildung in Alternativschulen, Laufzeit 2011 - 2013

Schule findet mitten in der Gesellschaft statt - mit all den Fragen, die eine durch Vielfalt geprägte Gegenwart an beide stellt. Im Rahmen des Projekts "Menschenrechtsbildung in Alternativschulen - ein Netzwerk für Lehrerinnen und Lehrer" erarbeitet daher ein bilaterales Team pädagogischer Expertinnen und Experten ein Konzept für den Dialog zwischen deutschen und arabisch-israelischen Lehrkräften zum Thema Menschenrechtsbildung, das im Anschluss von Lehrenden der Freien Schule Frankfurt und der Alternativschule am Masar Institute of Education in Nazareth in der Praxis erprobt wird. Im Mittelpunkt steht dabei zum einen die kritische Auseinandersetzung sowohl mit der NS-Geschichte in Deutschland als auch mit der Förderung einer Inklusion der israelisch-arabischen Minderheit in Israel. Zum anderen geht es darum, deutsch-israelischen Netzwerken zwischen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in schulischer Bildung und Zivilgesellschaft eine gemeinsame Plattform zu geben. Wie beides auch für andere umsetzbar werden kann, wird am Ende eine Publikation für Interessierte und Fachpublikum beschreiben.

"Menschenrechtsbildung in Alternativschulen" ist ein Projekt der Bildungsstätte Anne Frank in Kooperation mit dem Masar Institute of Education in Nazareth und der Freien Schule Frankfurt. Gefördert wird das Projekt von der Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum. Von Juli 2011 bis Dezember 2013 entsteht zunächst ein Konzept für einen menschenrechtspädagogischen Ansatz, dem zwei bilaterale Workshops mit 25 Lehrenden beider Schulen folgen. Das Projekt wurde mit der Publikation des Handbuches "Menschenrechte in Erziehung: Schule aus einer ganzheitlichen Perspektive" abgeschlossen.


ONCE UPON TODAY - Individuelle Erinnerung und Nationalgedächtnis im globalen Zeitalter

Gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Arnoldshain und der Kreisau-Initiative Berlin e.V führt die Jugendbegegnungsstätte Anne Frank ein Austauschprojekt für sozial engagierte junge Erwachsene im Alter von 19-28 Jahren durch.

Unser Gedächtnis, schreibt Harald Welzer, „weiß mehr über uns als wir selbst“. Das "Erinnern" und "Vergessen" von historischen Ereignissen, die wir selbst miterlebt haben oder die uns in Erzählungen und Medien tradiert wurden, bestimmen unserer Sicht auf die Welt. Das Hauptziel des Projektes „Once Upon Today“ besteht darin, einen multinationalen Dialog über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu ermöglichen. Die Teilnehmer_innen gehören den deutschen, ukrainischen, polnischen, jüdisch-israelischen und arabisch-palästinensischen Erinnerungsgemeinden an. Die unterschiedlichen Sichtweisen in den jeweiligen (nationalen) Kollektiven über die Geschichte des Zweiten Weltkriegs, die kommunistischen Diktaturen in Osteuropa nach 1945 und die israelische Besatzung der palästinensischen Gebiete nach 1967 bilden die historischen Bezugsrahmen des Projektes. Darüber hinaus geht es um die gegenwärtigen Wechselwirkungen zwischen (zugeschriebenen und selbst beschriebenen) Zugehörigkeiten, Erinnerungen und (nationalen) Erzählungen: während der Begegnung sollen sich die Teilnehmer_innen mit den eigenen und den Narrativen der „Anderen“ auseinandersetzen und dabei der „Leerstellen“ in ihren eigenen nationalen Narrativen bewusster werden. 

Solche „Leerstellen“ werden die Teilnehmer_innen im Anschluss an die Begegnung in ihrem Umfeld im Rahmen von Mikroprojekten erforschen und präsentieren.

Die beteiligten Partnerorganisationen sind:Krzyzowa Foundation for Mutual Understanding; History Meeting House, Warsaw; Center of Educational Initiatives, Lviv; Ivan Franko National University of Lviv; Masar Institute for Education, Nazareth;Ramat Negev Regional Council, Ramat Negev


Das Filmprojekt “Erhobenen Hauptes. (Über)Leben im Kibbuz Ma'abarot”

Im Rahmen eines Kooperationsprojekts unterstützt die JBS das Filmprojekt “Erhobenen Hauptes. (Über)Leben im Kibbuz Ma'abarot” der Gruppe DocView.

Was wird gemacht?

Gemacht wird ein Dokumentarfilm über das Leben von Verfolgten des Nationalsozialismus im Kibbuz Ma'abarot in Israel. Grundlage für den Film sind von der Gruppe DocView geführte Interviews mit fünf Überlebenden, die auf ganz unterschiedlichen Wegen von Deutschland nach Israel bzw. Palästina kamen, um sich dort ein neues Leben aufzubauen.

Das Besondere an dem Projekt ist, dass der Fokus nicht nur auf die Verfolgung der ProtagonistInnen in Nazi-Deutschland gerichtet ist, sondern gerade das Weiterleben der Menschen im Kibbuz und in Israel im Vordergrund steht. So werden Einblicke in Lebensläufe von Menschen geliefert, die trotz ungeheuerlicher Erfahrungen ein neues Leben aufgebaut haben. Dabei stellt das Leben in einem Kibbuz einen besonderen Neuanfang dar.
Es stellen sich Fragen, wie: Wieso ein Leben im Kibbuz? Was zeichnet dieses Leben aus und welche Ideale sind damit verbunden?

Der Film richtet sich insbesondere an junge Menschen. Zur Veröffentlichung der DVD ist noch die Erarbeitung von Begleitmaterialien mit Hintergrundinformationen zur Vertiefung geplant.

 

Die Gruppe DocView stellt sich vor

Wir sind DocView eine Gruppe aus jungen Leuten, von denen die meisten noch studieren. Das Projekt machen wir alle ehrenamtlich, weil wir es interessant und wichtig finden. Denn wir gehören zur letzten Generation junger Menschen, die noch Gelegenheit hat, mit Verfolgten des Nationalsozialismus zu reden. Es liegt daher in unserer Verantwortung, die Erinnerung an die Überlebenden für kommende Generationen wachzuhalten.

Die Projektidee wurde von uns gemeinsam entwickelt und wird auch gemeinsam umgesetzt. Wir versuchen dabei hierarchiefrei zu arbeiten und haben beispielsweise – für ein Filmprojekt ungewöhnlich – keinen Regisseur, sondern entscheiden in unserer Gruppe gemeinsam, welche Schwerpunkte im Film gelegt werden sollen.

Mit der Jugendbegegnungsstätte Anne Frank kooperieren wir seit 2011.

Nähere Informationen zum Projekt unter: http://www.docview.org/


Hearing Opferperspektiven

„Wie können wir sie unterstützen?“, „Prima, dass es das gibt. Ich kannte das Beratungsnetzwerk bisher gar nicht!“ „Natürlich sind wir dabei. Es ist toll, dass ihr an uns denkt und wir unsere Erfahrungen  mit einbringen können!“  Auf viel positive Resonanz trifft das Anliegen des vom beratungsNetzwerkhessen im Anschluss an den Openspace im Rahmen der im September 2010 in Butzbach durchgeführten Bilanzierungstagung  beschlossenen Vorhaben: „Hearing Opferperspektiven“.

Das Projekt, das von einem Team der Jugendbegegnungsstätte Anne Frank e.V. unter Leitung von Christa Kaletsch und in Kooperation mit dem hessischen Jugendring durchgeführt wird, folgt dem Anliegen der Erweiterung der Perspektiven im Beratungsnetzwerk. Dabei geht es insbesondere um das Kennenlernen und Wahrnehmen von Bedürfnissen und die Entwicklung von Handlungsstrategien für potentiell von Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit betroffener Akteure. Zentrale Fragen, des für das beratungsNetzwerkhessen durchgeführten Projektes sind: Gibt es Bedarf von potentiell Betroffenen, die bisher nicht wahrgenommen wurden und für die das beratungsNetzwerk Angebote entwickeln muss? Gibt es zivilgesellschaftliche Akteure in der pluralen Gesellschaft Hessens, deren Perspektiven auf das Thema wichtig und für die Beratungsarbeit unverzichtbar sind? Gibt es dabei Akteure, deren Kooperation mit dem Beratungsnetzwerk wünschenswert wäre?

 

Zum Hintergrund des Projektvorhabens:

Ausgehend von der – von den Beraterinnen und Beratern des Beratungsnetzwerks zur Mobilen Intervention gegen Rechtsextremismus in ihrem Beratungsalltag wahrgenommenen –

Erfahrung, dass die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus  in der Regel auf eine Beschäftigung mit den Handlungen der Akteuren der extremen Rechten reduziert ist, geht es darum, eine Perspektiverweiterung vorzunehmen. Bei der Entwicklung von Strategien zum Umgang mit Rechtsextremismus wird vor allem von den  Beobachtungen, Analysen und Bewertungen der rechten Täter ausgegangen. Selten steht die Frage im Raum, was diejenigen brauchen, die sich von rechtsextremen, rassistischen, antisemitischen und menschenfeindlichen Anfeindungen bedroht fühlen.  Opferperspektiven wahrnehmen bedeutet demnach, die Frage nach den potentiell Betroffenen und nach dem was sie brauchen zu stellen. Es bedeutet aber auch zu fragen, welche Handlungsstrategien sie entwickelt haben, welche Sichtweisen sie auf Rechtsextremismus haben und welche Auseinandersetzungen sie mit diesen Themen führen. Diese vielfältigen Sichtweisen müssen in zivilgesellschaftliche Handlungsstrategien einbezogen werden, da (potentiell) Betroffene Teil der Zivilgesellschaft sind. Die Täterfixierung gilt es bewusst zu überwinden und bei der Entwicklung von Handlungsstrategien in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus stärker von der Wahrnehmung und den Ideen aller Akteure auszugehen, die damit konfrontiert sind.

Dabei ist es wichtig – den wissenschaftlichen Erkenntnissen folgend – bei der Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismusbegriff von der Anschlussfähigkeit an die sogenannte Mitte der Gesellschaft und die wechselseitige Beeinflussung rechtsextremer und  alltagsrassistischer, diskriminierender Diskurse und Verhaltensweisen auszugehen. Die Erkenntnisse der Studien zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit können dabei handlungsleitend sein. Entsprechend folgt die Recherche und Auswahl der Ansprechpartner für das „Projekt Hearing“ einem inklusiven Konzept. Es geht daher insbesondere auch darum, die der Pluralität der Gesellschaft in Deutschland entsprechenden Perspektiven bewusst wahrzunehmen und gemeinsam zivilgesellschaftliche Handlungsstrategien und Kompetenzen zu entwickeln. Entsprechend hat sich im Projektverlauf auch die Fragestellung differenziert und präzisiert (und wird sich sicher auch im weiteren Verlauf noch modifizieren).  Wurde anfangs explizit nur nach der Wahrnehmung und Betroffenheit in Bezug auf „Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus“ gefragt, geht es nun darum von der Wahrnehmung und den Ideen aller Akteure auszugehen, die sich in einer zivilgesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Antihomosexualität und Antiziganismus und Menschenfeindlichkeit befinden. Als sehr wichtig hat sich auch herausgestellt, die Gesprächspartner vor allem als Akteure wahrzunehmen und sie nicht auf die potentielle Betroffenheit zu reduzieren. Entsprechend ist der Begriff „Hearing Opferperspektive“ als Arbeitstitel zu begreifen und bedarf unbedingt der Modifizierung. Zentral ist dabei,  der Schutz und die Stärkung aller Akteure, die in einer Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Antihomosexualität und Antiziganismus und Menschenfeindlichkeit stehen. Dabei ist es wichtig, die möglicherweise sehr unterschiedlichen Bedürfnisse wahrzunehmen und bewusst zu machen, dass es nicht die Opferperspektive gibt.


Projektschritte und Informationen zum bisherigen Projektverlauf:

Zur Umsetzung des Projekts zur Erweiterung der Perspektiven („Hearing Opferperspektiven“) wurden bisher mit 15 verschiedene zivilgesellschaftlichen Akteuren (Vereinen und Verbänden) Kontakt aufgenommen. So zum Beispiel: TuS Makabi, Hanauer Flüchtlingshilfe und Beraterteam der Landesregierung für gleichgeschlechtlicher Lebensformen, sowie LAG Soziale Brennpunkte Hessen und der Initiative Schwarzer Deutscher. In der Regel werden in einem ersten Informationsgespräch, das Anliegen des Projektes erläutert und die verschiedenen Beteiligungsmöglichkeiten vorgestellt. Dieses Erstgespräch  ist immer auch die Gelegenheit, das beratungsNetzwerkHessen, das den meisten Gesprächspartnern bis zu diesem Kontakt nicht bekannt war, vorzustellen. Im Rahmen dieses Gesprächs klärt sich, ob im nächsten Schritt, ein leitfragengestütztes Interview durchgeführt werden kann und ob, Interesse besteht, an dem Hearing teilzunehmen. Die Interviews werden transkribiert, mit den Interviewpartner/innen abgestimmt und sollen in einer Broschüre des beratungsNetzwerkshessen –  in der das Projekt erläutert und die verschiedenen Perspektiven dargestellt werden – veröffentlicht werden. Bisher haben sieben Erstgespräche stattgefunden. Mit TuS Makabi, der Alevitischen Jugend, der Sozialabteilung der jüdischen Gemeinde Frankfurt, Ditib Landesverband Hessen und der Flüchtlingshilfe Hanau fanden bereits leitfadengestützte Interviews statt. Zwei weitere sind schon fest terminiert. Fünf Akteure haben ihre Teilnahme am Hearing bereits fest zugesagt.   

Das Hearing soll Ende Januar stattfinden und in Absprache mit den eingeladenen Interviewpartner/innen vorbereitet werden.


Jüdisches Leben in Frankfurt: Die Geschichte der Familie Frank

Am 21. September 1942 berichtete Anne Frank ihrem Tagebuch von der Suche nach ihren Wurzeln: "Mit Vater bin ich jetzt damit beschäftigt, einen Stammbaum seiner Familie zu machen, und dabei erzählt er etwas von jedem." Otto Heinrich Frank, ihr Vater, wurde am 12. Mai 1889 in Frankfurt am Main als zweites von vier Kindern einer großbürgerlichen, liberalen jüdischen Familie geboren. Seine Mutter Alice Betty Frank, geborene Stern, entstammte aus der Verbindung zweier alteingesessener jüdischer Familien: Die Geschichte der Familien Stern und Cahn lässt sich bis ins erste Drittel des 15.Jahrhunderts, zur Zeit des jüdischen Ghettos, anhand von historischen Quellen nachvollziehen.

Im Rahmen des Projektes wird die Lebenswelt der Familien Cahn, Stern und Frank beginnend mit dem 18. Jahrhundert bis in das Frankfurt der 30er Jahre rekonstruiert. Ziel ist es, die Orte jüdischen Lebens in Frankfurt und in der Folge der Exilierung auch in Amsterdam, London und Basel vor dem Hintergrund der Familiengeschichte Anne Franks sichtbar zu machen. Dabei ist auch die Frage des gegenwärtigen Umgangs mit diesen Orten als markantes Element des (städtischen) Erinnerungsdiskurses von Bedeutung.

Das Projekt richtet sich an SchülerInnen der Sekundarstufe I und II sowie an LehrerInnen zur Weiterbildung. 

Unser neues Materialheft für Lehrer_innen und Multiplikator_innen finden Sie hier

Gefördert wird das Projekt von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ) und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main.


Kinderrechte global und lokal – Jugendliche bewegen Frankfurt

Das Modellprojekt „Kinderrechte global und lokal – Jugendliche bewegen Frankfurt“ richtet sich an junge Menschen, die in Frankfurt leben, hier zur Schule gehen, diese Stadt prägen und täglich mitgestalten. Das Projekt orientiert sich an ihren (Menschen-)Rechten, so wie sie in der UN-Kinderrechtskonvention von 1989 verankert sind. Kinder und Jugendliche werden in dieser explizit als (Rechts-) Subjekte anerkannt. Innovativ beschreibt sie nicht nur die Kinderrechte auf Schutz und Fürsorge, Bildung und Förderung, sondern auch auf Meinungsbildung und Mitbestimmung. Dieser Aspekt bildet den Schwerpunkt des Projektes: Die Jugendlichen sollen durch die Auseinandersetzung mit den Menschenrechten bestärkt und motiviert werden ihre Rechte in ihrem Lebensumfeld einzufordern. Im Modellprojekt werden wir uns zunächst an zwei Tagen (4-stündige Workshops, die in der JBS stattfinden) gemeinsam mit den Jugendlichen dem Thema Menschenrechte widmen. Zentrale Fragen: Was verbinde ich persönlich mit Menschenrechten? Wie sind die Menschenrechte formuliert worden und welche Rolle hatten dabei soziale Bewegungen? Was genau sind Kinderrechte und spielen sie in meinem Alltag eine Rolle? Werden Menschenrechte immer geschützt und was kann ich selbst dafür tun? Im Anschluss an diese Projekttage werden die Themen mit den jeweils interessierten und motivierten Jugendlichen in langfristigeren Formaten (Arbeitsgemeinschaften, Wahlpflichtunterricht, Unterrichtsreihen etc.) vertieft und kleinere Projekte im lokalen Umfeld geplant und umgesetzt. Wir orientieren uns dabei  immer an den Interessen und Bedürfnissen der Teilnehmenden. 

Das Projekt  wird von der Sebastian-Cobler-Stiftung und der Initiative „Weißt du wer ich bin?“ gefördert.