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Parastou Forouhar: Umkämpfte Erinnerungen

6. Mai bis 30. Juni 2017
Zwei Räume - zwei Ausstellungen

Schuhe ausziehen. Erdrückende Behördengänge

Parastou Forouhar adaptiert Auszüge ihres zeichnerischen Essays „Schuhe ausziehen“ als Comic-Ausstellung eigens für die Bildungsstätte Anne Frank. In einem mit Comics umgebenen Raum zeichnet die deutsch-iranische Künstlerin ihren Kampf um Aufklärung der Morde an ihren Eltern nach. Im Zuge einer Welle politischer Morde in Iran war das prominente Oppositionspolitikerpaar am 22. November 1998 in seinem Haus in Teheran überfallen und erstochen worden. Strich für Strich erleben wir die Tochter bei ihrer Bemühung um Aufklärung – auf einer Odyssee durch die Instanzen der iranischen Bürokratie.

Parastou und Fantômas gegen die Auslöschung

In der ehemaligen Anne Frank-Ausstellung kämpft Parastou Forouhar gemeinsam mit dem genialen Schurken Fantômas gegen die tödlichenStrategien zur Auslöschung von Menschen und Erinnerungen in Iran.Szenen des Theaterstücks „Fantômas‘ Monster“ der Wiener Theatergruppe werden zum Comic transformiert. Die Videoinstallation von Jan Machacek lässt uns utopische Möglichkeitsräume der Wehrhaftigkeit und des Widerstands betreten.

Parastou Forouhar wurde 1962 in Teheran geboren. Sie studierte ander Teheraner Kunstakademie und der Hochschule für Gestaltung inOffenbach. Seit 1991 lebt und arbeitet sie in Deutschland. Ihre Arbeitenwurden weltweit in diversen Museen gezeigt, unter anderem in der Nationalgalerie am Hamburger Bahnhof in Berlin, am Brooklyn Museum in NY, der Villa Stuck in München, dem MSK in Gent und dem San Telmo Museum in San Sebastián.

 

 

Begleitprogramm

Samstag, 6 Mai 2017, 19 Uhr

Vernissage & Programm im Rahmen der Frankfurter Nacht der Museen

19 Uhr Comic und Erinnerung
Gespräch mit Parastou Forouhar über die (Un-)Möglichkeit der Verarbeitung von Geschehenem und Vergessenem durch Kunst

19.30 - 22.30 Uhr (stdl.)
Was geht, was bleibt, was kommt?
Anne Frank. Morgen mehr. - Ausblick auf das neue Lernlabor

21 - 23 Uhr (stdl.)
Ausstellungsführungen

21 Uhr
Filmvorführung Persepolis

 

Donnerstag, 8. Juni 2017, 19 Uhr

Widerstand aus dem Exil

Kunst im Exil

Parastou Forouhar im Gespräch mit Konstanze Crüwell


Parastou Forouhar lebte seit sieben Jahren in Deutschland, als sie die Nachricht von der Ermordung ihrer Eltern erhielt. Am Abend des 21. November 1998 waren Dariusch und Parvaneh Forouhar in ihrem Haus in Teheran überfallen und erstochen worden.
Hinter den Morden der prominenten Oppositionspolitiker*innen und Intellektuellen steckte der Geheimdienst der Islamischen Republik Iran, umfassend aufgeklärt wurden sie bis heute nicht. Seither setzt Forouhar mit ihren Arbeiten immer wieder Akzente gegen das Vergessen, gegen politische Gewalt und staatliche Willkür in Iran. In ihrem politischen Aktivismus kämpft sie unter hohen persönlichen Risiken um Aufklärung der Morde vor Ort, jedes Jahr reist sie zum Todestag ihrer Eltern nach Teheran, um die Erinnerung an ihre Eltern wach zu halten.

Wir möchten uns mit der Veranstaltung der Frage nähern, wie eine Künstlerin im Exil lebt, arbeitet, widerständig ist.
Wir möchten nach Parastou Forouhars Erfahrungen, ihren Verarbeitungsstrategien und die Rolle ihrer (politischen) Kunst fragen und zur Diskussion stellen, wie eine geeignete Unterstützung der Zivilgesellschaft aussehen kann.